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White Rim Road – Motorradtour und Wanderung in Utah USA

White Rim Trail

Was für eine unglaublich schöne Fahrt. Vor einigen Tagen konnte ich den Canyonlands Nationalpark besuchen und ich bin total begeistert. Der Park ist der größte im Bundesstaat Utah und ist, wie der Name schon vermuten lässt, gezeichnet von beeindruckenden Canyonlandschaften. Insbesondere das sogenannte „White Rim“, eine markante, weise Felsschicht im unteren Bereich des Canyons, fällt hier deutlich auf. Im Besucherzentrum des Parks hatte ich eine Genehmigung für drei Tage und einen Campingplatz in der Wildnis bekommen. Danach war ich also völlig frei den +-100 Kilometer langen White-Rim-Trail zu befahren.

Die kurvige, Schotterstraße führt ziemlich abenteuerlich hinunter in das Tal und bis zum Flussufer des Colorado. Nach meiner Einschätzung sind auch ein paar ziemlich technische Passagen dabei, die doch etwas Erfahrung mit dicken Reisekatzen nötig machen. Das ich wirklich noch einen Campingplatz ergattern konnte war pures Glück. Andere Reisende buchen hier schon einmal gerne 1-2 Jahre im voraus und planen ihren Besuch bis ins letzte Detail. Wie ihr wisst ist das ja nun nicht gerade meine Spezialität.

Ich will euch in dem Artikel ein paar Eindrücke mitgeben und ich habe auch wieder einen kleinen Video-Log zusammengestellt. Jenes gibt es gleich hier oben zu sehen. Ich kann jedem Reisenden die Tour in den Park nur empfehlen. Nur unweit entfernt findet sich auch der Archers Nationalpark, denn ich derzeit immer wegen der Nachtfotografie anfahre – aber das berichte ich dann in einem anderen Artikel. 😉 Unglaubliche Gegend hier…

 

V-Log – White Rim Trail

 

Zurück zum Canoyonland Nationalpark: Die Aussichten von den verschiedenen, leicht anzufahrenden, Viewpoints reichen weit in die Tiefe und bis zum Horizont, soweit das Auge eben nur blicken kann. Es ist ein Blick auf größtenteils unberührte Natur, die abgesehen von dem Trail auch nur sehr schwierig zu erkunden ist. Es gibt kaum Wasser und die Temperaturen während des Tages überschreiten gerne die 35° Celsius. Schon beim ersten Blick auf die verschiedenen Strukturen in der Tiefe und dem mächtigen Colorado River war ich absolut sprachlos. Es fühlt sich fast ein klein wenig so an, als würde man von einem Flugzeug aus auf die kleinen Strukturen der Erde blicken. „Island in the sky“ – „Die Insel inmitten vom Himmel“ – frei übersetzt. So heißt der bestens organisierte Ort oben im Park, der durchaus seinem Namen verdient hat. Das ist der Teil des Nationalparks, der sich ziemlich leicht über asphaltierte Straßen erreichen lässt. Jene gibt schon einen sehr schmackhaften ersten Eindruck auf die Abenteuer in der Tiefe.

Es ist schwierig bei all den Naturschönheiten in den USA wirklich einen Favorit zu finden. Abgesehen vom imposanten Grand Canyon ist mir aber noch nie so die Kinnlade nach unten gehangen, wie in dem Moment als ich die ersten Kurven des Shaver Trails hinter mir gelassen hatte und zum ersten Mal das White Rim aus erster Nähe sehen konnte. Von oben scheint es wie eine weiße Linie, etwas weiter unten hingegen sieht man die zufälligen Strukturen und Felsformationen die manchmal aussehen wie ein zirkusreifer Balanceakt der Mutter Erde. Auch der Horizont prägt sich bei der Fahrt mehr und mehr mit den typisch „Wilder Westen“ Canyonflanken und auch alleinstehenden Felsmonumenten.

 

White Rim Trail
Erste Meter auf dem Trail
White Rim Trail
Motorrad am White Rim
White Rim Trail
Blick in den Canyon
White Rim Trail
Colorado River

 

Gerade wenn man weiter in das Tal des White Rims gelangt verändert sich das Aussichtserlebnis doch deutlich. Es ist ganz anders von oben in die Tiefe zu blicken, oder von unten hinauf zu den kilometerweit entfernten Gipfeln. Man fühlt sich auf einmal klein und nicht mehr wie der „Herr“ oder die „Frau“, die über allem zu stehen scheint. Ich hoffe ihr könnt nachvollziehen was ich sagen will! Es ist einer der Orte die sich nur schwerlich in eine Fotografie oder ein Video packen lässt. Die wahre Schönheit ist nur ganz persönlich und mit allen Sinnen zu erfassen. Aber dafür bin ich ja schließlich auch unterwegs…

Abgesehen davon, dass man den Trail (knapp 12 Stunden fahrt) auch an einem Tag machen könnte, fand ich die Ruhe die mir durch die zwei Nächte gegeben war, dann doch sehr entspannend. Die Anzahl der Besucher auf der Strecke ist stark beschränkt und in den drei Tagen habe ich vielleicht 30 weitere Fahrzeuge gesehen. Ganz Verrückte bestreiten die Strecke sogar mit dem Fahrrad. Die Nacht gehörte mir ganz alleine unter dem Wipfel eines riesigen Baumes. Zurückblickend war jener auch mit Abstand der größte den ich dort unten überhaupt sehen konnte.

 

White Rim Trail
Campingplatz unter Baum
White Rim Trail
Motorradfahrt am zweiten Tag
White Rim Trail
Wanderung zum Krater
White Rim Trail
Upheaval Formation

 

Am zweiten Tag bin ich zum Nachmittag in Richtung des Upheaval Kraters gelaufen. Als Anomalie der Landschaftstrukturen scheint die Gegend dort wohl vor Jahrmillionen von einem Meteoriteneinschlag getroffen worden zu sein. Die genaue Entstehung ist noch umstritten, aber jene Theorie liegt momentan wohl vorne. Laut den Anschlagtafeln finden hier immer noch Forschungen statt, um der wahren Ursache auf den Grund zu kommen.

Die Wanderung in der Abendsonne war allerdings doch weitaus anstrengender als ich gedacht hätte. Vor allem die starke Hitze machte mir dann doch ziemlich zu schaffen. Belohnt wurde ich aber mit kleinen Wundern entlang des Weges und einer wirklich äußerst skurrilen Landschaft im Herzen des Kraters. Dort hatten sich verschiedenfarbige Gesteinshügel ganz wild aneinander gereiht. Weiter unten findet ihr noch ein Bild von oben auf den Krater. Jenes ist von der oberen Straße aus entstanden. Der Trail ist ein „One-Way“ Weg der nur äußerst selten begangen wird. Dementsprechend war es ab und an schwer den Weg überhaupt zu finden. Man mag sich auch gar nicht vorstellen wie wertvoll eine kleine Pfütze mit klarem Wasser werden kann, in der man sich etwas erfrischen kann. Das mal am Rande bemerkt.

 

White Rim Trail
Zentrum des Upheaval Kraters
White Rim Trail
Landschaft Krater
White Rim Trail
End of Trail
White Rim Trail
Abschied vom Trail
White Rim Trail
Blick von Oben auf den Krater

 

Die Bilder sind alle „on the go“ entstanden, ich hoffe aber ihr bekommt trotzdem einen guten Eindruck. Auch die OSMO war wieder dabei und mehr und mehr weiß ich die Leichtigkeit der kleinen Kamera wirklich zu schätzen.

Der Weg nach oben gestaltete sich nicht ganz so spektakulär, wie der Shaver Trail gleich am Anfang der Tour. Eine abschließende Serpentinenstraße hatte das kleine Mikroabenteuer bestens abgeschlossen und auch wenn das auf den Bildern vielleicht nicht zu ersehen ist. Ich habe jetzt (3 Tage später) noch immer Muskelkater. Die hälfte der Strecke bin ich im Stehen gefahren und die Wanderung erfordert ja ohnehin viel Muskelkraft.

Es war eine tolle Tour – weniger zum Fotografieren – aber gut, um einen intensiven Eindruck von dem riesigen Canyonlands Nationalpark zu bekommen.

Wer sich für den im Video erwähnten Grand Canyon interessiert, dem kann ich folgenden Artikel empfehlen. Auch mit Fotos und einem kleinen Video:

Abenteuer Grand Canyon – 46 Kilometer Wanderung bis ins Tal

Auch sehr interessant war mein Abstecher durch das Death Valley mit dem Motorrad:

Mit dem Motorrad in das Tal des Totes – Death Valley USA

 

„Immer den Träumen hinterher!“

Euer Martin

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2 Kommentare zu White Rim Road – Motorradtour und Wanderung in Utah USA

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