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Osmo Pocket für die große Reise – Meine Meinung zur Minikamera – Review und Test

Osmo Pocket DJI

Für meine Reise durch die Staaten hatte ich mir vor dem Start noch die kleine DJI Handkamera OSMO Pocket geholt. In diesem Artikel will ich meine Erfahrung mit der Gimbalkamera teilen und am Ende noch auf die Bedürfnisse eines Motorradreisenden eingehen und wie zweckmäßig die Anwendung wirklich ist. Insbesondere auch deswegen, da die meisten Abenteuerreisende wohl doch eher zu einer Action-Kamera wie z.B. die GoPro* greifen würden.

Die DJI OSMO Pocket* ist die kleinste Kamera ihrer Art und für mich, abgesehen von der Mavic Air Drone*, die erste mit einem mechanischen Bildstabilisator. Die Anwendung sehe ich hauptsächlich in spontanen Videos für den Blog, Selfieaufnahmen und stillen Shots von Landschaften oder der Natur. Für den Helm etc. ist sie nicht gemacht, aber darauf gehe ich im Detail weiter unten ein.

Erstmal etwas zur Technik: Die Kamera bedient sich der Mavic Air Kamera mit einem 1/2.3″ Sensor und 26mm äquivalentem f2.0 Objektiv. Wie auch bei der Drone lässt sich für Videos das D-Cinelike Farbprofil auswählen, was es mir ermöglicht die gleichen LUT- Presets zu verwenden wie bei der Drone. Wem das nichts sagt, ist ein klein wenig so als würde man in RAW fotografieren, um die Bildqualität über Software noch etwas besser beeinflussen zu können. Die Kamera macht 4K bis zu 60fps, wenngleich aber einige Modi, wie z.B. der Tracking-Modus, nur mit kleinerer Bildrate funktionieren. Die Pocket lässt sich über einen Adapter mit jedem Smartphone verbinden, was ich allerdings nur für die notwendige Online-Aktivierung benutzt hatte. Für mein Micro-USB Motorrola wäre ohnehin ein Adapter nötig, der aber schon aus rein mechanischer und praktischer Sicht für mich unzweckmässig erscheint. Das ungefähr Briefmarkengrosse Touchdisplay reicht mir hier völlig für die Kontrolle des Bildausschnitts und der Einstellungen. Der Gimbal verfügt natürlich über drei Achsen. Anmerken will ich noch das ich keinerlei Verbindung zu DJI habe und diesen Artikel aus eigenem Interesse schreibe.

Die Bedienung geschieht hauptsächlich über zwei Knöpfe, was einfacher gar nicht mehr sein könnte. Weitere Optionen werden über das Touchdisplay aufgerufen. Was mich von Anfang an sehr begeisterte, war die ultrafixe Handhabung. Mit einem Klick auf den Startknopf ist die OSMO innerhalb weniger Sekunden startbereit, es gibt kein lästiges Hochfahren oder lange Wartezeiten beim Umschalten zwischen z.B. Foto, Video oder zum Selfie Modus und zurück. Das Swipen über das Display ist genau so angenehm, wenngleich man wohl nicht die allzu größten Finger haben sollte.

Für den Gimbal gibt es drei verschiedene Modi:

FPV – First Person View: Hier lässt sich der Bildwinkel auch kippen, was mir bei Selfieaufnahmen sehr gut gefällt.

Folgen:
In dieser Einstellung folgt der Neigungswinkel den Bewegungen am Stick und vertikal sowie horizontal sind sehr weiche Schwenks möglich.

Gesperrt:
Hier ist der Neigungswinkel gesperrt, ansonsten auch horizontal weiche Schwenks möglich.

Im Pro Modus lassen sich wichtige Kameraeinstellung wie die Verschlusszeit, Weißabgleich, ISO vorgeben. Was mir an dieser Stelle nicht so gefällt, ist die Tatsache das Kamera und Videomodus immer gleichzeitig zwischen Auto und Manuel umschalten. Die Belichtungsabweichung hingegen bleibt individuell gespeichert. Nun ist es so, dass für die Fotos meistens eine automatische Belichtung schnell für gute Bilder sorgt. Bei Videos hingegen kommt es hier dann natürlich immer zur Nachregelung der Belichtung, was bei Filmen meistens nicht so gut aussieht. Somit nervt es etwas, wenn man nach jedem Wechseln von Foto zu Video wieder die Einstellung anpassen muss. Wenn man es vergisst merkt man das seht schnell. Gutes Beispiel in dem Video vom Grand Canyon bei laufen auf der Brücke. (Min 2:30). Auch der Autofokus kann zwischen AF-S (Single) oder AF-C (Continuous) gesetzt werden. Ich war bis jetzt immer im C-Modus unterwegs, was für mich ganz gut funktioniert hatte. Mit einem Klick auf das Display lässt sich der Fokus auch entsprechend ändern.

Es gibt noch einige Spielereien, wie ein Folgemodus (langsam, schnell), der für mich aber bis jetzt keinen Nutzen finden konnte. Die Gesichtserkennung ist auch immer automatisch aktiviert, was mit einem Klick auf den Bildschirm behoben werden kann. Da ich in meinen Selfieaufnahmen auch gerne einmal zeige was um mich herum passiert, finde ich es besser die Kamera entsprechend zu halten und mit der Hand nachzuregeln. Eine Sache die schwerlich auszubessern ist sind die rhythmischen auf und ab Bewegungen der Z-Achse beim Laufen. Da gibt es nur die Option entweder einfach stehen zu bleiben oder damit zu Leben.

Eine Sache die mir nicht gefällt ist der fehlende Anschluß für ein Ansteckmikrofon. Leider hat DJI hier nur den Anschluss über einen Adapter vorgesehen, der allerdings original mit über 50 Euro schon sehr teuer ist. Ich sehe gerade das es mittlerweile auch günstigere Adapter für ein paar Euro* gibt, jene konnte ich allerdings noch nicht testen. An ruhigen Orten ohne Wind finde ich die Tonqualität eigentlich auch ganz gut – nur wenn es viele Störungsgeräusche im Umfeld gibt wäre ein alternatives Mikro hier schon besser.

Motorradanwendung:

Was für mich den Vorteil der Kamera ausmacht ist die ultraschnelle Handhabung. Wenn ich von Motorradanwendung spreche ist weitaus weniger das Filmen währen der Fahrt gemeint, sondern viel mehr die Situationen die ein Reiseleben so mit sich bringen. Erstmal eingepackt in den dicken Motorradanzug, Helm und auf dem Motorrad will ich in interessanten Situationen nicht auch noch extra die geordnete Ausrüstung durchsuchen. Ich habe die OSMO immer in meiner Jackentasche und für spontane Aufnahmen ist sie damit sofort griffbereit, insbesondere wenn ich nicht jedes Mal zur großen Nikon greifen will. Nur dem mitgelieferte Plastiketui mangelt es an einem allumschließenden Schutz vor Staub oder Spritzwasser. Momentan behelfe ich mir hier mit einer kleinen ZipLog-Tüte – aber falls es hier etwas robusteres gibt würde ich das allen „Abenteurern“ nur dringend empfehlen.

Wie schon angemerkt ist die OSMO keine Aktionkamera und die Befestigung am Helm oder Motorrad ist nicht zu empfehlen. Ich habe gelernt, dass man am Ende für ein größeres Projekt, wie z.B. meine Vorträge, von den Helmaufnahmen etc. nur sehr wenig Material benötigt und derzeit ist keine solche Kamera mehr in der Fototasche. Ein paar Aufnahmen aus der Hand tun es mir hier völlig – oder man kann auch kurz mit etwas Klettband eine Halterung improvisieren. Ein gutes Beispiel für Videos während der Fahrt findet ihr in dem Artikel über das White Rim -> HIER <-. 

Im Video aus dem Zelt gehe ich noch etwas weiter auf das Thema ein. Wer aus freier Hand bei Fahrt filmen will (VORSICHT!) dem empfehle ich auch hier den FPV- Modus. Alles andere lenkt viel zu sehr ab – bei dieser ohnehin schon kritischen Herangehensweise Fahrtaufnahmen zu machen. Ich persönlich mache das nur sehr selten und auf abgelegenen Straßen, wo kein Verkehr zu erwarten ist und ich das Motorrad sicher mit einer Hand im 1-2 Gang fahren kann. Bei dem Foto hier unten hatte ich einen Umfaller und wollte das Geschehen danach nur kurz filmen. Dafür ist die Osmo perfekt – (wenngleich man natürlich besser nicht stürzt).

Umfaller Katze
Umfaller Katze – OSMO sofort Griffbereit

Wichtiges Zubehör:

Im Video zur Kamera weiter unten hatte ich angemerkt, dass es bei 4K Aufnahmen zum Ruckeln auf meinem alten MacBook 13″ kommt. Mittlerweile habe ich gelernt das der Grund hierfür nicht der Computer sondern eine zu langsame Speicherkarte war. Die auch von DJI empfohlene SanDisk Extreme V30 A1/A2* funktioniert bestens und man sollte an der Stelle ruhig etwas mehr Geld für das Speichermedium investieren.

Auch sinnvoll ist ein kleiner Adapter und ein Ministativ die es in den unterschiedlichsten Ausführungen gibt. Die Produkte von Ulanzi* sind günstig aber erfüllen durchaus ihren Zweck.

Vorteile und Nachteile noch einmal zusammengefasst:

POSITIV

  • Mechanische Stabilisierung durch Gimbal funktioniert bestens
  • 4K Videos mit 30 oder 60 FPS in super Qualität
  • Sehr gute RAW (DNG) Bildqualität
  • Guter Weitwinkel ohne Verzerrung
  • Klein, handlich, leicht und robust
  • Ultrafixes Menü und keine Verzögerungen
  • Touchscreen einfach zu bedienen
  • Monitor über Smartphone erweiterbar (nutze ich nicht)
  • Autofokus sehr schnell und sicher

 

NEGATIV

  • Die Schutzhülle ist zweckmäßig – allerdings nicht gegen Staub oder Spritzwasser geschützt
  • Grenzen im dunklen Licht
  • Keine Buchse für Ansteckmikrophon – nur mit Adapter möglich
  • Problem mit manueller – automatischer Belichtung beim Umschalten zwischen Video und Foto

 

Video Meinung zur Kamera nach dem ersten Tag:

Das Video hatte ich nach meiner ersten Tour mit der OSMO Pocket im Zelt aufgenommen. Deswegen sind die Eindrücke ziemlich frisch. Weitere Erkenntnisse nach der Zeit hatte ich ja weiter oben erklärt. Im Video hört man deutlich den Effekt wenn man eines der beiden Mikrofoneingänge bedeckt. Ansonsten finde ich die Tonqualität „ausreichend“.

Hier das Selfie Bild aus dem Video:

Ich hatte nur ein paar Standardeinstellungen vorgenommen und den Beschnitt auf 3×2 beschränkt. Aufgenommen habe ich in 4×3 Bildformat – es gibt aber noch weitere Einstellungen. Aber warum nicht die maximale Informationen aus dem Chip lesen. Bild wurde zur Mittagssonne aufgenommen. Auch mit einer „großen“ Kamera wäre das Bild kaum besser geworden. Einschränkung sind eigentlich nur die 12 Megapixel – aber für das Internet tut es das allemal.

Selfie Dünen Colorado - VorherSelfie Dünen Colorado - Nachher

 

Video aus dem Grand Canyon – 100% mit Pocket erstellt:

Vor einigen Tagen hatte ich ein Video über meine Wanderung in den Grand Canyon veröffentlicht. Das sollte ein gutes Beispiel sein für ein spontanes Video. Ich denke die Kamerafahrten kann man mit etwas Übung noch besser machen. Die Selfies beim laufen sind eben genau so – manchmal fällt es schwer mit der Kameranachfahrt, weswegen ich hauptsächlich den First Person Mode verwende. Man sieht auch den Effekt der automatischen Belichtungsreglung im Video. Das passiert meist wenn ich aus dem Fotomodus heraus vergesse auf eine manuelle Belichtung umzustellen. Beim Gang durch den Tunnel allerdings ist es wiederum vom Vorteil.

 

Den vollständigen Artikel mit Video aus dem Grand Canyon findet ihr hier:

Abenteuer Grand Canyon – 46 Kilometer Wanderung bis ins Tal

Den Artikel über das Whiterim mit vielen Motorradaufnahmen findet ihr hier:

White Rim Road – Motorradtour und Wanderung in Utah USA

*Links führen zu Amazon – (DJI OSMO Pocket) mit einem Kauf unterstützt ihr Freiheitenwelt.de – Vielen Dank!
Weitere Informationen zu meiner Ausrüstung findet ihr wie immer -> Hier.

 

Euer Martin

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