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Wie finanziert man eine Weltreise? – Was wirklich wichtig ist – Die Zeit!

Unter der Brücke

„Dann erzähl mir doch bitte mehr vom Glück!“  Gerade eben beim betrachten dieses Bildes aus dem Jahre 2013 (einen Tag vor Sylvester) kommen mir wieder einige Gedanken zu meiner 3.5 jährigen Reise durch Südamerika in den Sinn. Damals war ich gerade einmal zwei Monate unterwegs und musste wegen kilometerlangen Weidezäunen und einer sich endlos hinziehenden Straße unter jener Brücke schlafen. Die Nacht war geprägt vom Gestank verschiedenster Misthaufen, lästigen Stechmücken und einem ständigen gepolter der Fahrzeuge, welche keine 5 Meter über mir über den Asphalt rollten. Kurioserweise hatte mich das damals kein Stück gestört. Ich war ziemlich zufrieden mit der Situation. Der Ort war sicher und ich hatte alles dabei für die Nacht. Genau kann ich mich nicht erinnern, aber sicherlich gab es irgendwas mit Nudeln und Tomatensoße. Der Klassiker an Nahrung unter Weltenbummlern.

Solche Nächte gab es über den Zeitraum meiner Reise gemessen sicherlich 50-100. Wenn das überhaupt reicht! Leider habe ich kein Buch über meine Nächte im Zelt geführt. Rückblickend ist für mich aber eine ganz andere Sache interessant. Jene Nacht hatte ich so noch ziemlich freiwillig verbracht. Man war ja ständig irgendwie „zwanghaft“ auf der Suche nach dem Abenteuer. Wenn es die Straße nicht hergibt musste die Nacht ja zumindest irgendwie genutzt werden. Und man kann ja schließlich nicht in einem Hotel nächtigen. Da würde man ja vielleicht einen alten Globetrotter Grundsatz brechen. Mittlerweile denke ich über solche Sachen doch weitaus entspannter. Wenngleich Hotels wohl nie zu meinen Lieblingsunterkünften zählen werden. Aus der Möglichkeit solche Nächte zu verbringen, wurde zur Mitte und Ende meiner Reise aber oft auch eine Pflicht. Und um genau das Thema soll es in diesem Artikel gehen. Für all jene die mich immer Fragen: „Wie finanziert man solch eine Reise eigentlich?“ – Ist jener Artikel vielleicht ein kleiner Umdenker…

Wie im normalen Leben so bedient man sich auch auf Reisen einiger Ressourcen. Für Reisen im Sinne von Freiheitenwelt (also mehr als drei Monate – wer meinen Vortrag kennt. ;-)) braucht es dazu zwei Dinge insbesonders. Zeit und Geld… Wer kennt das nicht aus seinem Leben. Irgendwie ist doch nie Zeit für die wirklich wichtigen Dinge da. Man muss immer und darf nicht! Andere reden vom Hamsterrad, welches sich immer schneller dreht. Im Gegensatz zu einem „standard“ Alltagsleben, mit Arbeit, Familie, evtl. noch Kindern und Hobbys, kann man sich auf einer freien Reise der Ressource Zeit freiwollend bedienen. Hat man sich erst einmal von allen Verpflichtungen und zeitraubenden Besitztümern verabschiedet, sind die Möglichkeiten absolut unbegrenzt. Wer mich kennt weiß, dass ich mir sehr sehr viel Zeit für die Länder meiner Reise nehme. Manche sagen ich wäre verschwenderisch – zu langsam. Als würden mich die Zeitdiebe jagen wie im Kinderbuch Momo. Ich kann nur sagen, dass es die Worte „Ich habe keine Zeit“, für dies oder das in den 3.5 Jahren absolut nicht gegeben hat. Das war wohl das befreiendste Gefühl von allen, dass sich eben nur ergeben kann, wenn man alles hinter sich lässt.

Jene Art von Freiheit ist auch für mich derzeit Geschichte. Um nämlich die zweite Resource, das liebe Geld wieder aufzufüllen, muss schlichtweg gearbeitet werden. Und das so intensiv und schnell wie möglich, um das Globetrotterherz auch wieder irgendwann befriedigen zu können. Da ist es also doch wieder – das Hamsterrad, nun eben in einer anderen Form, mit anderer Dynamik, Geschwindigkeit und Ausgleich auf Raten. Auch das kann man neudeutsch anders sagen: „Die „Work-and-Life-Balance“ muss im Einklang funktionieren! Muss deswegen, da man ansonsten mit der Zeit an mentale Grenzen stößt. Alles schon mitgemacht, meine lieben Freunde von Freiheitenwelt. Arbeit (bringt Geld) und Reisen (braucht Zeit). Die „Lebenszeit“ ist aber allen voran das wichtigste Gut überhaupt. Man ist also sehr gut beraten, wenn man jene sinnvoll nutzt. Jede Stunde, Minute und Sekunde ist einzigartig in diesem Leben – und niemand weiß wirklich wie viel davon am Ende auf dem Lebenskonto sind. Das bringt mich ja schon wieder zu Momo – hum….

Die Ansprüche an eine Reise und die Prioritäten im Leben haben sich mittlerweile doch auch etwas verschoben. Aber das ist meine ganz besondere Geschichte, die ich dann einmal in einem meiner nächsten Vorträge erzähle. Zeit und Geld arbeiten für die meisten von uns ständig gegeneinander. Von beidem hat man im Allgemeinem immer nur eines. Und dann ohnehin meist nur genügend und sicherlich nicht zuhauf. Zusammen gibt es beides wohl nur für einen Bruchteil der Gesellschaft – und jene wissen dann meist nicht wirklich, was damit anzufangen ist. So stellt man sich das zumindest meist vor. Wie oben geschrieben hat man auf sein Kontingent an Zeit nur sehr wenig Einfluss. Gut – man kann Sport treiben, um vielleicht ein paar Wochen raus zu holen, wenn morgen der Sensenmann aber in anderer Laune ist bringt das alles herzlich wenig. Also bleibt hier eigentlich kein Spielraum für Verschwendung. Mann und Frau tut es aber trotzdem allzu oft – und das meist auch noch sehr gerne. Zeitdiebe gibt es wie Sand am Meer dort draußen. Film, Fernsehen, Werbung, Computerspiele, digitale Dauerbeschallung, Drogen, ungewollte Anrufe, langweilige Gespräche, WhatsApp, Facebook, um nur ein paar zu nennen. Ablenkung und Zeitraub wohin man schaut.

Und was hat das alles nun mit der Nacht unter der Bücke und der Finanzierung einer langen Reise zu tun? Aus der Möglichkeit wird eine Pflicht, hatte ich oben geschrieben. Das bringt mich wieder auf die andere Seite zum lieben Geld. Entspanntheit auf Reise lässt sich für Globetrotter eigentlich ganz einfach in Dezimalstellen ausdrücken. SECHS und mehr sind der Hammer (Hat keine alte Sau!), FÜNF – auch nicht schlecht, VIER – Ok es läuft alles gut, DREI – verdammt jetzt wird’s aber knapp, ZWEI – Zeit nach Hause zu gehen, EINS – ach komm vergiss es, NULL bis MINUS – ab in die Hölle mein Freund. ;-) Ich hab derer schon alle gehabt – von letzterem vielleicht auch etwas zu viel. Aber das gehört zu einem spanenden Leben wohl dazu.

Die Rede ist natürlich von der lieben Zahl ganz oben auf dem Kontoauszug… An der FÜNF konnte ich mich in Südamerika für eine ziemlich lange Zeit erfreuen. Auch durch Katze (wer keine Ahnung hat hier klicken), war das aber Häppchenweise sehr schnell zur VIER geworden. So lange man dort im oberem Level unterwegs ist auch nicht problematisch. Aber die liebe DREI und VIER – jene Grenze ist wie ein Schlag ins Gesicht. Man beginnt sich zu fühlen als würde man versuchen sich im weiten Meer an der Oberfläche zu halten. Man tut was man kann – ist wieder Mitten in der VIER zum verschnaufen, um sich der Resource Zeit zu bedienen. Ein ständiges auf und ab eben! Genau in diesem Zustand war ich sicherlich 2 Jahre meiner Südamerika Reise. Und dann wurden die Nächte an „komischen“ Orten eben immer mehr zur Pflicht, um sich überhaupt noch weiter bewegen zu können. Wenn ich da an die Zeit in Kuba, dem teuersten Land Lateinamerikas denke, stellen sich mir die Nackenhaare. Man sucht sich Freunde, reist zusammen um sich zu unterstützen und versucht einfach immer weniger zu brauchen, von der Resource Geld. Nebenbei sucht man nach Möglichkeiten sich zu finanzieren und macht auch hier automatisch Kontakte, die einem auch später im „Reise“-Leben weiter bringen. Das kann sehr anstrengend sein, bringt einen aber auch nach vorne.

Nun ist es aber auch so, dass ich genau in diesem Bereich meines finanziellen Spielraums auch die verrücktesten Abenteuer erlebt hatte. Man begibt sich ganz automatisch auf Abwege, lernt zufällig ganz andere Menschen kennen als geplant. Auch zu jener Nacht unter der Brücke war morgens ein einfacher Bauer mit seinem Pferd vorbei gekommen. Wir hatten uns kurz unterhalten und ganz automatisch hatte ich wieder einen kleinen Einblick in ein fremdes Land bekommen. Der Mann musste nicht ob ich in der FÜNF oder DREI unterwegs war. Und so wird dann auch auf einmal die so wertvolle Zeit sogar noch mehr wert, da man nicht vorbei an allem reist – sondern eben mittendrin ist. Im Abenteuer und der Reise. In Bezug auf den Wert denn man in Zeit packen kann, scheint es hier auch absolut keine Grenze nach oben zu geben. Jeder ist seines Glückes Schmied. Vieles kann man sich selber erarbeiten – aber es macht die Sache schon leichter, wenn einige Dinge von ganz alleine zu einem kommen. Und das passiert eben meist immer dann, wenn man zu kämpfen und zu tun hat seine Träume zu leben.

Abschließend nach diesen Worten also meine Antwort auf das Thema: „Wie finanziert man eine Weltreise!“ Man ist gut beraten sich zeitliche Freiräume zu schaffen anstatt nach zu viel finanziellen Wohlstand auf Reisen zu streben. Hier im normalen Leben, als auch auf Reisen ist nämlich die Zeit bei weitem das wertvollere Gut. Wenn man ohnehin weiß, dass sich im eher unteren finanziellen Horizont die wertvollsten Reisemomente ergeben, warum soll man dann Jahre seiner Zeit verschwenden, um sich ein zu üppiges finanzielles Polster aufzubauen? Das gibt doch zum Nachdenken. Auch ich würde, nebenbei bemerkt, meine Reise rückblickend wohl anders starten. Man braucht kein Motorrad der FÜNF, es reicht auch eines der VIER. Tolle Erkenntnis – nicht! Allerdings hatte ich das Glück aus einem sehr interessanten Beruf heraus meine Reise starten zu können. Deswegen spüre ich hier nicht wirklich einen großen zeitlichen Verlust.

Manchmal ist weniger einfach mehr! Verschwendet nicht eure Lebenszeit im Hamsterrad (wenn es euch denn so vorkommt) – sondern zieht los – der Rest ergibt sich dann von ganz alleine. Denn zurück in ein normales Leben findet man ohnehin immer meist viel schneller als man denkt. Das Glück lässt eben einfach sehr selten auf sich warten. Der Moment lebt im Augenblick! Und die Sanduhr läuft bei uns allen einfach immer nur einmal durch und wird sicherlich nicht umgedreht. Also „finanziert“ euch eure Zeit – und nicht mehr Geld als nötig…

 

„Immer den Träumen hinterher!“

 

Ich freue mich auf Kommentare – für alle die es bis hier nach unten geschafft haben. ;-) 

 

Euer Martin

 

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2 Kommentare für - Wie finanziert man eine Weltreise? – Was wirklich wichtig ist – Die Zeit!

  1. Hey Martin,
    … Hab Deine Seite bei Tube schon länger abonniert. Habs bis unten geschaft ;-) Respekt für Dein tun..
    Ich bin auch seit Jahren mit dem Bike unterwegs.
    Meist aber leider nur die üblichen 2-3 Wochen im Jahr
    Ich hänge sehr an Deinen Worten und danke Dir dafür.
    Viel Glück und Freunde weiterhin auf Deinen Touren .
    LG Tino .

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