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Survival USA – und der ganze Rest – I am done!

Golden Gate

Done! Das war das letzte Wort einer Email die ich vor zwei Tagen aus San Francisco an die Lektorin meines Buches geschrieben hatte. „I am DONE!“ – und zwar so richtig. Die letzten Monate könnte man als ausgesprochen „turbulent“ bezeichnen. Darüber hatte ich ja schon geschrieben. Mexiko, Das Buch, Der Unfall und weitere kleine unerwartete Geschichten, die ich selber noch gar nicht Revue passieren lassen konnte, ließen keine Langeweile im Freiheitenwelt Alltag aufkommen.

In diesem Artikel will ich ein paar Eindrücke aus den USA teilen, welche ganz nebenbei von vielen Stunden vor dem Rechner begleitet wurden. Dem letzten Wort, dass ich unter eine endlose Geschichte an Bildkommentaren gesetzt hatte, folgte somit erstmal eine große Erleichterung, dass umfangreiche Projekt nun zu mindestens 95% abgeschlossen zu haben. (Ich hoffe zumindest, dass die Korrektur nicht noch mehr Arbeit auf mich zurückwirft.)

Gestern hatte ich in San Francisco wieder eine meiner Nightcrawler-Touren gemacht, bei denen ich spät zur Nacht mit dem Motorrad durch die Städte fahre. Um diese Zeit kann man die Atmosphäre eine Stadt immer weitaus besser greifen als während des Tages, wenn alle Menschen in ihrem Tun ziemlich hektisch unterwegs sind. Als ich dann zum Glück auch die Golden Gate Bridge fast ohne Wolken bestaunen konnte, kamen natürlich wieder ziemliche sentimentale Gefühle in mir auf. Es ist schon unglaublich wieviel Zeit mir diese eine „Große Reise“ abverlangt. Sechs Jahre liegen hinter mir (nicht ganz am Stück) die natürlich am gravierendsten von den 3.5 Jahren Südamerika geprägt sind. Diese Planet scheint für meine Art zu reisen wohl doch ein wenig zu groß und wenn ich das zeitlich halbwegs eingrenze, werde ich so sicherlich noch 15 Jahre unterwegs sein. Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Somit war es 2017 ein logischer Entschluss zu versuchen mit meiner Fotografie und dem erzählen der Geschichten über die Vorträge auch etwas Geld zu verdienen. Das es allerdings etwas völlig anderes ist frei und ungezwungen zu reisen, wie in Südamerika, oder neben dem Reisen noch diesen Blog zu führen und nun sogar ein riesiges Buchprojekt auszuarbeiten, ist schon eine ganz andere Nummer. Wenn ich schreibe „I am done!“ spiegelt das auch etwas meine glückliche Erschöpfung wieder, die jene Art zu Reisen mit sich bringt. Somit ließ mich der Blick auf die historische Brücke wieder in Gedanken schwelgen. Man kann schon auch einmal etwas Stolz auf das erreichte sein. Was ich euch damit sagen will ist, dass alles was ihr hier über Freiheitenwelt von mir mitbekommt wirklich auch harte Arbeit sein kann und mir von ganzem Herzen sehr viel daran liegt. Der Lohn ist die Zeit die ich mir damit erarbeite, um wieder jene Freiheit zu leben die Ursprung all meiner Geschichten ist. Und gerade jetzt spüre ich, dass die nächsten Monate wieder weitaus mehr von jener Freiheit erübrigen können (könnten), als seit meiner Rückreise nach Mexiko in 2018…

Aber nun zu den USA und den vergangenen Tagen! ;-)

Camping Küste
Martin bei der Kalifornischen Küste im Zelt

 

Zusammen auf Tour

Den zweiten Abschnitt der USA Reise hatte ich zu Beginn mit einem Freund bestritten. Moritz hatte ich 2016 in Kuba auf der Stahlratte kennengelernt. Da sein altes Motorrad alias „Veely Blue“ in Las Vegas mit Herzinfarkt für lange Zeit eingelagert war und es zeitlich super passte, hatten wir uns für eine Tour über das Death Valley, entlang der kalifornischen Küste und bis hinauf nach San Francisco entschieden. Für viele vielleicht unverständlichen, aber jene Tage waren die einzigen meiner ganzen Reise, die ich unter Begleitung bestritten habe. Auch das war für mich eine neue Erfahrung. Wir haben uns perfekt ergänzt. Moritz als absoluter Master des guten Routings, hatte für die passenden Strecken und Campingplätze gesorgt, während ich mich eigentlich nur noch an sein Nummernschild hängen musste. Das macht solch einen Schreibe-Reise-Alltag dann schon um einiges einfacher.

Pfannenkochen
Moritz mit der Pfanne
Moritz mit dem Baum
Moritz bei der Fahrt durch die riesigen Bäume Kaliforniens
Right Shot!
Moitz versucht den Baum und Mond zu fotografieren.

Gleich während der ersten Nacht waren wir wieder in der Hitze des Tal des Totes gefangen. Da ich jenen Ort ja schon einen Monat vorher ausgiebig bereist hatte, war ich eher im Tiefflug mit Katze unterwegs, als der Wüstengegend noch viel Bedeutung zu schenken. Moritz hingegen nahm es weitaus gelassener und nebenbei war ja auch noch auf seine blaue Honda zu achten, die laut ihm „Einfach nur sch… fährt!“. Was auch immer das bedeuten mag. Es ging auf jeden Fall voran. Schneller als wir sehen konnten passierten wir schon das Erdbebengebiet nahe von Las Vegas, welches erst vor einigen Wochen hart getroffen wurde. Die Nordamerikaner sind schnelle Aufräumer und außer ein paar brüchigen Häusern konnten wir nicht mehr viel sehen. Allerdings hat es in der Gegend offensichtlich schon ordentlich „geschüttelt“ und dabei sollte man bedenken, dass man hier im Südwesten der USA auch durch eines der gefährlichsten Erdbebengebiete unseres Planeten fährt. Aufgrund der Wohlstands eines Landes der „ersten Welt“ mag man das manchmal ein wenig vergessen.

Nächstes Ziel war der Sequoia Nationalpark mit seinen gleichnamigen Bäumen. Jene sind die größten lebenden Organismen unseres Planeten und es ist schon sehr beeindrucken vor den dicken Stämmen zu stehen, oder an ihnen mit dem Motorrad vorbei zu fahren. Ähnlich angetan von dichten Wäldern war ich eigentlich nur im Amazonas Regenwald, wo sich auch monumentale Riesen befinden. Die Nächte im Zelt waren gleich darauf auch wieder richtig schön kühl.

Erdbebenhaus
Haus mit Erdbebenschaden
Wanderung Spitze
Kurze Wanderung im Sequoia Nationalpark

Danach folgte noch ein Abstecher zum Yosemite Nationalpark. Hier standen wir vor der riesigen Felswand die Alexander Honnold ja erst vor kurzem in seiner spektakulären Freesolo Besteigung erklommen hatte. Wer den Film -> Free Solo <- noch nicht kennt dem mag ich jenen mal ausdrücklich empfehlen. Ich wollte die Steilwand auf jeden Fall sehen und es scheint schon wie von einem anderen Planten dort ganz ohne Seil und Sicherung hinaufzusteigen. Für Stunden saßen wir davor und man kann sich an der Wand „El Capitan“ wirklich kaum satt sehen. Aufgrund einer wahren Invasion von Touristen in dem Park folgten wir danach der eher tristen Straße in Richtung der kalifornischen Küste. Außer großen Farmländereien gab es wenig zu entdecken und auch bei der Suche nach einem günstigen Nachtlager stieß Moritz hier an seine Grenzen. Am Ende wurde es dann eine Nacht neben einer Tankstelle, die mit einer (viel zu kleinen) Flasche Wein weitaus angenehmer war als man es sich vorstellen will.

Wieder an der Küste konnte ich nach langer Zeit wieder den Pazifischen Ozean sehen. Mein guter alter Freund –  der einfach immer da zu sein scheint. Nur dichte Wolken verschleierten ihn zur Nacht komplett. Belohnt wurden wir indes aber wieder mit wahren Traumkurven und netten Bekanntschaften entlang des Weges. Die Nordamerikaner sind wirklich immer für ein kurzes Gespräch zu haben. Manchmal mag man auch erstaunt sein, wie offen sie im Gespräch von ihrem Alltag erzählen. So werden oft auch Informationen Preis gegeben die man nicht wirklich erwarten würde. Das alles bringt aber auch einen guten Einblick in das Leben der Menschen der USA mit sich.

Campen neben Tankstelle
Camping neben der Tankstelle
El Capitan
El Capitan
Frau mit USA Hose
Frau in US-Tracht
Küste Kalifornien
Bild von der Küste in Kalifornien

Es waren wirklich spannende Tage und in San Francisco sind wir dann auch schon wieder getrennte wegen gegangen. Während ich mich um Katze und ihre Ventile kümmern musste organisierte Moritz schon wieder seine Heimreise und den Verkauf seines Motorrades. Für ihn war es eine kurze USA Tour und auch das Ende eine mehrjährigen Reise mit Veely Blue. Der Abschied viel im sicherlich nicht leicht – aber im Reiseleben muss es eben weiter gehen. Das gleiche gilt auch für mich. Das sind vielleicht die letzten Zeilen die ich aus den USA schreiben. San Francisco ist eine tolle Stadt, die ich gerne noch länger erkundet hätte. Aber das schmale Budget lässt momentan keinen weiteren Aufenthalt zu. Die Zeit hatte ich mir meist mit den oben genannten Touren zur Nacht vertrieben. Unterm Tag folgen ja noch die Arbeitsstunden und außer einem kurzen Besuch bei den Graffiti Künstlern vom Missions District blieb mir ein Großteil der Schätze der Stadt verborgen.

Wie ihr seht ist die Welt noch immer rund und das alles sind nur eine handvoll von Eindrücken der letzten drei Wochen…

Keep on riding! ;-) Ich mach mich nun auf weiter in den Norden des Landes. In wenigen Tagen sollte ich noch Kanada erreichen können. Danach muss ich sehen wie es hier weiter geht! Es wird wie immer spannend bleiben…

Danke das ihr mit dabei seit und „Immer den Träumen hinterher!“

Bay Bridge Boot
Bay Bridge zur Nacht mit Boot
Ventile USA
Ventileinstellung USA
Dude Painter
Mann vor bunter Mauer
San Francisco von oben
San Francisco Stadt von oben

 

Euer Martin

 

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