Sigma USB Dock – Meine Erfahrung zur Kalibrierung und Firmware Update

Sigma Dock sw

Für meine nächste Zeit im Ausland habe ich meine Kameraausrüstung komplett erneuert. Mit dabei sind nun weitaus weniger Objektive und nur noch eine DSLR-Kamera im DX Format. Geworden ist es die Nikon D7500, welche um die Weihnachtszeit im Rahmen des Nikon Cashback Programms verhältnismäßig günstig zu erwerben war. Als Standardzoom habe ich nach wie vor das Sigma 17-70mm F2.8-4 DC mit in der Fototasche. Gerade wenn ich wenig Ausrüstung mit mir tragen will, kommt mir das Glas immer sehr gelegen. Leider war beim ersten Ausflug mit der neuen Nikon aber jenes Objektiv nicht funktionstüchtig. So konnte der Blitz nicht mehr bedient werden und der AF-Fokus war extrem ungenau und langsam. Zuerst dachte ich die D7500 hat einen Fehler, nach kurzer Internetrecherche war aber klar, dass ein Firmware-Update für das Objektiv nötig ist.

Somit hatte ich den Sigma Service angeschrieben und nach Möglichkeiten gesucht für das Update. Aufgrund der baldigen Abreise (diese Zeilen schreibe ich euch schon aus Mexiko) hatte ich mich dazu entschieden das Sigma USB Dock zu erwerben. Damit war es möglich sehr schnell die Firmware zu aktualisieren und als Bonus konnte ich auch den AF-Fokus von dem Objektiv einmal genauer einstellen. Meine Erfahrung mit dem Dock zum Thema Kalibrierung und Firmware-Update will ich mit diesem Artikel sehr gerne mit euch teilen.

 

Firmware Update:

Für diesen Zweck hatte ich mir das Dock gekauft und es gab keine sonderlichen Überraschungen. Gleich nach dem Start der Software folgte der Hinweis, dass eine neue Firmware der Version 1.03 zur Verfügung steht. Mit einem Klick beginnt der Download und das ganze Prozedere ist in ein paar Sekunden abgeschlossen. Natürlich habe ich das Objektiv dann gleich an meine neue Nikon aufgesetzt. Wie erwartet funktioniert das Objektiv nun in der Kombination einwandfrei auf der Nikon D7500.

Allein hierfür sich allerdings das Dock zu kaufen fände ich etwas übertrieben. Man kann in solch einem Fall sein Sigma-Objektiv auch direkt an den Service von Sigma schicken. Jener erfolgt dann umsonst – nur die Versandkosten muss der Kunde selber tragen. Hier will ich ganz einfach einmal die Email zitieren die ich aus Rödermarkt bekommen hatte. Es ist also eure Entscheidung.

Sehr geehrter Kunde,

vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Produkten. Wir bedauern, dass Sie Probleme mit Ihrem Objektiv haben. Gerne können Sie dieses für das notwendige Update direkt zu uns nach Rödermark einsenden. Ein Formular für die Einsendung finden Sie gerne auf unserer Homepage. Das notwendige Update erfolgt auf Kulanz und ist somit für Sie kostenfrei. Gerne geben wir Ihr Objektiv in die bevorzugte Bearbeitung.

Bei weiteren Fragen können Sie uns gerne kontaktieren.

Freundliche Grüße/Best regards

i.A. – Kundenservice/Customer

 

Kalibrierung von dem Objektiv:

Da ich nun das Dock schon einmal vor Ort hatte, wollte ich natürlich auch den Autofokus justieren. Hierbei handelt es sich um den Phasenautofokus, der gelegentlich schon einmal etwas verschoben sein kann. Eine einfache Form den AF zu kalibrieren bieten übrigens die meisten Nikon Kameras direkt im Menü. Die Möglichkeiten über das Dock sind bei Sigma aber weitaus komfortabler. Das sieht man schon direkt an der Tabelle für die Fokus-Einstellung.

Screenshot Sigma Dock
Sigma Tabelle zur Kalibrierung das 17-70mm

 

Als Zoomobjektiv kann über vier Brennweiten und ebenfalls vier Distanzen ein Korrekturfaktor eingegeben werden. Das ist schon etwas Arbeit und insgesamt hatte ich ungefähr eine Stunde dafür benötigt. Die genauen Schritte führe ich anschließend in Stichpunkten auf. Für die Werte muss man erstmal ein Gefühl entwickeln, was mehrere Objektivwechseln zwischen dem Dock und der Kamera nötig macht. Ich bin sehr pragmatisch an die Sache heran gegangen und habe mich des exakten Kontrastautofokus im Live-View-Modus der Nikon D7500 bedient. Für die kurzen Distanzen (0.22m, 0.4m, 1m) musste eine Kaugummidose herhalten. Für den unendlichen Wert die heimische Kirchturmspitze, welche in knapp 50 Metern Entfernung liegt. Die Kamera stand dabei auf meinem festen Stativ. Auf einem Notizzettel habe ich mir die groben Werte mit +/- aufgeschrieben.

Und dann folgt das hier: Objektiv auf Dock -> Eingestellt -> Objektiv auf Kamera -> Kontrolliert -> eventuell neue Werte -> Objektiv auf Dock -> Eingestellt -> usw…. Es dauert!

Hier die einzelnen Schritte:

  1. Kamera auf ein festes Stativ stellen. M-Modus mit entsprechender Belichtungszeit und offener Blende.
  2. Jeweilige Entfernung laut Tabelle wählen. Es ist sinnvoll die Distanzen beizubehalten und die Brennweiten jeweils nachzustellen laut Notizblock.
  3. Autofokus im Sucher auf ein Einzelfeld in der Mitte stellen.
    (Phasenautofokus – jenen wollen wir einstellen) 
  4. Live-View aktivieren und auch hier den Fokus in die Mitte legen. Also auf die gleiche Stelle wie bei dem Blick durch den Sucher.
    (Kontrastautofokus – jenen nutzen wir für einen exakten Fokus)
  5. Fokussieren mit halben Druck auf den Auslöser bis die Entfernungsanzeige zur Ruhe kommt.
  6. Live-View ausschalten.
  7. Wiederholtes fokussieren über den Sucher. Nun muss man die Skala genau beobachten. Im Optimalfall bewegt sie sich nicht.
  8. Bewegt sich die Skala nach rechts -> Haben wir Backfokus -> wir müssen mit negativen Werten (-) nachjustieren.
  9. Bewegt sich die Skala nach links -> Haben wir Frontfokus -> wir müssen mit positiven Werten (+) nachjustieren.
  10. Geschätzten Wert in die Tabelle eintragen.
  11. Weitere Brennweite wählen und Schritte 3. bis 10. für die jeweilige Distanz wiederholen.
  12. Objektiv auf das Dock aufbringen.
  13. Korrekturfakturen eintragen -> Daten Übertragen.
  14. Objektiv wieder auf Kamera aufbringen. Kontrollieren. Die Abweichung zwischen Live-View Autofokus und Phasenautofokus sollte geringer werden.
  15. Das ganze Prozedere so lange wiederholen bis sich im Optimalfall die Skala nicht mehr bewegt.

 

Meine Tabelle sah danach so aus. Insbesondere bei einem Meter musste ich die Messungen oft wiederholen. Danach hatte ich das Objektiv natürlich ausgiebig getestet und gefühlt saß der Fokus wirklich deutlich besser als zuvor. Anmerken sollte ich noch, dass mein 17-70mm fünf Jahre Südamerika auf holprigen Straßen hinter sich hat. Ich würde denken bei einem neuen Objektiv  sollten die Abweichungen deutlich geringer sein.

Screenshot Sigma Dock
Sigma Tabelle für die Kalibrierung des 17-70mm

 

Fazit:

Das USB Dock erfüllt seinen Zweck und das Firmware Problem konnte schnell behoben werden. Mit mehr Zeit hätte ich sicherlich den kostenlosen Service von Sigma in Anspruch genommen. Sehr erstaunt war ich wie genau der Phasenautofokus eingestellt werden kann. Der Fokus liegt bei meinem Sigma 17-70mm 2.8-4 nun deutlich genauer. Wer viel im LiveView fotografiert kann sich des Kontrastautofokus erfreuen. Hier ist die Kalibrierung überflüssig.

Mit auf Reise wird der praktische Helfer aber bei mir nicht gehen. Sooo genau muss es dann auch nicht sein. Wer mehrere Sigma-Objektive sein eigen nennt, wird sich der Möglichkeiten von dem Dock erfreuen. Mit nur einem finde ich es dann aber doch etwas zu kostspielig. Mein Dock hat deswegen auch schon einen neuen Besitzer gefunden.

 

Sigma Dock kaufen:

Das Dock gibt es neben Nikon aus für die anderen großen Marken. Hier die Links zum Dock:
(Anmerkung: Affiliate Link – damit der Laden hier läuft. ;-) ) 

Sigma Dock für Nikon

Sigma Dock für Canon

Sigma Dock für Sony

Sigma Dock für Pentax

Sigma Dock für Sigma

 

Weitere Artikel zu Sigma:

Ich hatte sowohl über das hier verwendete 17-70mm Objektiv als auch mein sehr beliebtes 10-20mm von Sigma schon sehr umfassend geschrieben. Für das 10-20mm funktioniert das Dock übrigens nicht, hier war aber auch kein Firmware-Update nötig.

Sigma 17-70mm F2,8-4 DC im Dauertest

Sigma 10-20mm f/3.5 DC – 8 Jahre Dauertest auf Reisen

 

So – und jetzt aber wieder raus zum Fotografieren – und das hoffentlich mit extra scharfen Objektiven. ;-)

 

„Immer den Träumen hinterher!“

Euer Martin

 

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