Toxic Bolivia – Zeitreise

Gerade eben befinde ich mich wieder einmal auf einer besonderen Reise. Ok. Klar! Ich bin auf „Weltreise“ natürlich immer auf Reise. Nein, ich spreche von einer gedanklichen Reise, einer kleinen Zeitreise. Ich durchforste meine Bilderdatenbank auf der Suche nach kleinen verborgenen Schätzen. Bolivien. Nun, nach mehr als einem Jahr nach meinem Besuch, blicke ich mit ganz anderen Augen auf die Bilder. Viele Aufnahmen stechen mir in das Auge, die ich vorher überhaupt nicht wahrgenommen hatte.
Bolivien ist ein Abenteuertraumland, insbesondere auch mit dem Motorrad. Jeder der sich mit dem Land näher beschäftigt denkt an spektakuläre weite Landschaften, das Altiplano, einmalige Natur, den Salzsee, Tiere, Menschen in traditioneller Tracht, La Paz – die höchstgelegen Großstadt der Welt, das grüne Tiefland und vieles mehr. All diese Dinge konnte ich erleben und auch fotografisch dokumentieren. Das sind die schönen Seiten Boliviens.

Beim wühlen im „alten“ Material sind mir nun diese drei Bilder ins Auge gestochen. Jene sind nahe des Salar Uyuni entstanden. Knapp 30 Kilometer vor dem Salzsee, aus Westen kommend, passiert man jene Bahngleise. In dem kleinen Ort ist regelrecht „Der Hund verreckt“, wie man in meiner Heimat sagt. Ich war dort zur Mittagszeit angekommen und hatte mir im Schatten ein paar Kekse und alten Käse genehmigt. Ein trostloser Ort. Die Menschen hatten sich schüchtern in den Häusern versteckt. Ich glaube da war irgendwo ein Hund, muss aber nicht sein. Das aufregendste war das passieren eines alten Güterzugs. Ob jener nun alt war kann ich auch nicht mehr sagen. Aber dort muss einfach ein alter gefahren sein, ansonsten passt das einfach nicht in das Bild. Der Ort war rau, kalt und hat fast schon unwirklich „giftig (toxic)” gewirkt.

 

Lost Place in Bolivia Lost Place in Bolivia Lost Place in Bolivia

 

Wenn ich es mir recht überlege finde ich mich auf meinen Reisen meist öfters in unspektakulären Gegenden wieder. Dies liegt schlichtweg an der Natur einer Reise über Land. Warum schenkt man solchen Orten eigentlich nicht mehr Aufmerksamkeit? Wäre es nicht interessant gewesen jene wenige Menschen in dem Ort zu besuchen? Eine völlig andere Welt kennenzulernen? Mit meiner jetzigen Reiseerfahrung bin ich mir fast sicher, dass sich dort so manch intensive und „exotische“ Erfahrung hätte sammeln lassen.

Wenn ich mir die vielen Bilder zu Bolivien ansehe bekomme ich fast schon wieder Lust noch einmal in das Land zu reisen. Irgendwie hab ich auch einfach zu wenig fotografiert. Es ist eben nie das letzte Mal. Aber in naher Zukunft wird das sicherlich nichts werden. Sicher bin ich mir, dass ich das Land nun anders bereisen würde. Es ist eben noch kein Meister vom Himmel gefallen. Somit gibt es auch keinen „Reisemeister“. Das Leben ist im ständigen Fluss. Täglich kann man neues lernen und wenn es sein muss auch einfach nur beim durchklicken ein paar alter Bilder. Irgendwie rütteln mich diese Bilder wach – die Welt noch mehr zu sehen wie sei einfach ist.
Nicht alles ist spektakulär und großartig. Vieles ist vielleicht einfach normal oder abnormal – so oder so – es IST und was SEIN KANN kann auch entdeckt werden.
Wünsch euch was!

Martin

 

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Reiseberichte von Martin

Martin Leonhardt

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Über viele Jahre erkundet er unseren Planeten. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

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