Kinderaugen und ihre Geschichte – Starke Fotografie und Gedanken zum Leben

Kinder Kubas

Kinder Kubas

Ich sitze am Strand in Kuba und schreibe. Ich schreibe über meine Reise, meine Gedanken, das Leben um mich und über soviel mehr, was mir eben gerade einfällt. Gerade ist mir danach einmal ein paar Worte über die Fotografie zu schreiben. Ich beschäftige mich täglich in irgend einer Weise mit dem Thema. Auch wenn ich nicht immer aktiv meine Kamera in der Hand habe oder vor der digitalen Dunkelkammer sitze, kreuzen sich immer wieder die Gedanken darum. Gerade eben beschäftigt mich eine Aufnahme, welche ich vor knapp zwei Wochen in einem kleinen Dorf geschossen habe. Das Bild vom Mädchen mit dem nackten Jungen auf dem Arm. Solche Momente ergeben sich nicht allzu einfach und deswegen widme ich jenen Bildern meistens etwas mehr Zeit. Auch wenn ich das Mädchen und ihre Familie kenne und weiß unter welchen Bedingungen sie leben, so ist das einem unbekannten Betrachter aber keinswegs klar. Somit frage ich mich im Moment ob es mir gelungen ist zumindest einen Teil meiner Emotionen zu transportieren? Augen erzählen Geschichten. Kinderaugen sind traumhaft für jeden Fotografen, das Licht, das Glänzen. Was bleibt sind genau jene und der Ausdruck in den Gesichtern der beiden. Für mich sind die beiden wunderschön, das Bild ist schön, aber kann es vielleicht auch noch mehr erzählen als das?
Hierzu ein paar weiterführende Gedanken. Die Welt um mich ist in den verschiedenen Ländern meist ganz anders organisiert als man das von Zuhause kennt. Vieles ist fremd, selbst nach all den langen Jahren die ich nun schon unseren Planeten erkunde. Gerade während der letzten Tage wird mir immer wieder bewusst, wie glücklich ich mich schätzen kann dieses Abenteuer täglich aufs neue Leben zu können. Für Jahre war es mein Traum unseren Planeten ohne Limit zu erkunden. Nun stecke ich wirklich mitten drin und lebe den Alltag eines Weltenbummlers. Es gibt Menschen auf diesem Planeten die haben weitaus weniger Möglichkeiten als ich. Gut – nicht jeder will Reisen und ein Entdecker sein. Aber jedes kleine Kind hat sicherlich einmal Träume und vielleicht ein Paar Ideen von der Zukunft. Jedem sollte es erlaubt sein diese auch zu verwirklichen.

Die Realität sieht leider oft anders aus. Vielen Menschen sind die Türen eben einfach verschlossen. Das mag finanzielle, lokale oder politische Gründe haben. Vielleicht fehlt auch einfach die Intelligenz oder die Vorstellungskraft sich einen Weg auszumalen der Träume verwirklichen kann. Manche Menschen haben keine Möglichkeiten andere wiederum haben eigentlich alles, scheitern aber daran einem starren System und Vorgaben aus der Kultur, der Familie oder eigener, beschränkender Ideen zu entfliehen. Und andere wiederum haben schlichtweg keine Träume und verleben ihr Leben auf andere Weise.

Ich war schon immer ein Träumer und jene Worte haben viel Spielraum im Detail diskutiert zu werden. Lassen wir es erstmal dabei. Oft wenn ich Menschen fotografiere stelle ich mir vor, wie wohl ihr Leben so ist, wie es war und wie es sich in der Zukunft entwickeln wird. Natürlich blickt man bei älteren Persönlichkeiten eher in die Vergangenheit, bei Kindern hingegen in die andere Richtung. Und das führt mich zurück zu den beiden kleinen Kubanern.

Ich hatte nur wenige Worte mit dem Mädchen gewechselt, sie war schüchtern und hatte wohl noch nie zuvor jemanden aus einem anderen Land gesehen. Somit weiß ich ziemlich wenig von ihr und ihrem Bruder. Ich Frage mich also ob sie schon eine Vorstellung von ihrer Zukunft hat, ist sie glücklich und frei? Hat sie überhaupt schon Träume und eine starke Vorstellungskraft von der Welt die sie beleben wird? Es gibt so viele Fragezeichen? Absichtlich will ich nicht sonderlich über die Lebensbedingungen sprechen unter welchen die beider groß werden. Im Foto sind jene nämlich nicht zu sehen. Es ist ein Mädchen mit einem Jungen auf den Arm. Was kann also eine Geschichte erzählen? Richtig -> Die Augen… Am Ende ist es nur jenen und der Vorstellungskraft des Betrachters überlassen die Geschichte der Beiden zu erzählen. Ob in der Vergangenheit, der Gegenwart oder in der Zukunft ist dabei jedem selber überlassen…

Ich wünsche mir das Beste für die Beiden und sollte ich noch einmal im Leben in den Südosten Kubas kommen, werde ich mich sicherlich noch einmal in der Gegend umschauen.

Ihr Name ist übrigens Clarissa.
Martin


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Martin

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Seit knapp zwei Jahren erkundet er Amerika. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

Ein Kommentar

  1. Hallo Martin. Das mit den Kinderaugen hast du sehr schön beschrieben! Ich habe mich etwas in meine Kinderbilder vertieft, schön was die Augen alles aussagen. Liebe Grüsse aus Daressalaam. Morgen verlasse ich Afrika und fliege nach Nepal.

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