Auf dem Weg zum Grünen Vulkan – El Chichonal – Mexiko

Aleine im Krater

Was für eine schöne Tour – ganz ehrlich! Endlich wieder ein Vulkan von oben gesehen. Ich bin jetzt noch total in Gedanken bei dem, was ich die letzten Tage erleben konnte. Ich war wieder etwas in Abenteuerlaune (Etwas mehr als sonst ;-))  und hatte mir als Ziel den sehr wenig besuchten Vulkan El Chichonal, oder einfach nur Chichón, in Chiapas – Mexiko ausgesucht. Ich musste, dass der Vulkan 1982 seine letzte Eruption hatte, einen perfekten Krater bildet und zum Teil auch noch aktiv ist. Mit einer Höhe von +- 1260 Metern zählt er keinesfalls zu den Riesen oder fordert extreme alpine Erfahrungen. Was genau aber dort oben auf mich wartet, war mir wirklich unklar. Ich bin auch niemand der sich mit Informationen sonderlich totrecherchiert.

Schon die Anfahrt bis in das nette Städtchen Chapultenango war ein einziger Traum. Beste Kurven soweit ich denken kann, kaum Verkehr, viel Grün und sehr nette Menschen, wo auch immer ich halt gemacht hatte. In keiner meiner Karten – Maps.me, Garmin oder sogar in Google Maps – war die Route einfach zu finden. Die Details sind einfach zu klein. Dieser Teil von Mexiko scheint irgendwie im Nichts zu verschwinden. Somit war ich also genau richtig, hatte mich aber natürlich auch einige Male verfahren – aber die netten Mexikaner hatten mir viel Hilfe entgegen gebracht. Ohne die ein oder andere Frage wäre ich sicherlich wo anders heraus gekommen.

 

 

Angekommen in dem kleinen Ort nahe des Vulkans durfte ich dann erfahren, dass es hier keine Unterkünfte und auch keine Möglichkeiten zum Campen gibt. „Immer ruhig“, dachte ich mir und hatte mich gegen Abend einfach neben mein Motorrad gesetzt und den Dingen ihren Lauf gelassen. Wäre ja nicht das erste Mal gewesen, hätte ich auf Katze oder neben ihr genächtigt. Die Menschen waren natürlich, wie in ganz Mexiko, sehr interessiert, was ich denn mit meiner „Grandona“ von Motorrad hier eigentlich mache. Kurz vor Sonnenuntergang spricht mich ein junger Bursche – Felix – an. Er ist super nett und lädt mich ganz spontan zu sich und seiner Familie ein. Super – irgendwas ergibt sich ja immer! Freiheitenwelt wie ich es mir immer wünsche. ;-)

Seit 5 Tagen bin ich nun schon bei Felix, seinem Vater und seiner Mutter untergebracht. Die Geschichte erzähle ich aber einmal an anderer Stelle. Ich hatte also eine sichere Bleibe gefunden. Zurück zum Vulkan. Ausgestattet mit meinem Rucksack, Lebensmitteln, einfacher Biwakausrüstung und natürlich der Drone und Kamera, ging die Wanderung los. Da ich Katze nicht alleine in der Pampa stehen lassen wollte, hatte ich noch die extra acht Kilometer Strecke, vom Dorf bis zum Wanderpfad, auf mich genommen. Hier scheint mir das Leben wirklich noch in Ordnung zu sein. Hier und da passiere ich eine kleine Farm „Rancho“ oder beobachte die verschiedensten Vögel, wie sie in den Bäumen sitzen oder von A nach B fliegen. Die Ruhe lud ein dem Weg mit Gelassenheit entgegen zu laufen.

 

 

Der eigentliche Pfad war nicht ganz so einfach wie ich dachte. Gerade auch die sehr extreme Sonne zum Nachmittag hatte mir doch zu schaffen gemacht. Über Stock und Stein, durch kleine Höhlen und sogar einen Canyon führte die Wanderroute. Die pure Schönheit der Landschaft kam mir vor wie von einer anderen Welt. Ich konnte Pflanzen und Blumen sehen, welche ich noch nie zuvor in Mexiko gesehen hatte. Ich musste wegen der Hitze mehrere Pausen einlegen und hatte mich auch schon einmal unter einen schattigen Baum gelegt. Insgesamt war ich knapp 6 Stunden unterwegs, bis ich in den 200 Meter tiefen Krater der Vulkans blicken konnte. Und dann konnte man meinen Lippen ein großes „WOW“ entnehmen… Ich stand auf der fast perfekten Halbkugel des Kraters der unten noch einen dampfenden See zu bieten hat. Die Wolken bildeten, wie gemalt, einen Kreis um den Krater und ließen die noch hoch stehende Sonne hindurch scheinen.

Was ich nicht erwartet hatte, war die fast schon giftig grüne Farbe des Sees. Es hatte auch dementsprechend nach Schwefel gerochen. Die Farbe kommt insbesondere in den Luftaufnahmen zur Geltung. Es wirkt fast schon so als würde man über grüne Wolken laufen können. Je nachdem wie die Sonne stand konnte ich verschiedenste Farbschichten im Wasser sehen. Das war schon sehr interessant und ich stellte mir die Natur als großen Künstler vor.

 

 

Welche Wucht dieser Vulkan gehabt haben muss bei seinem Ausbruch vor weniger als 30 Jahren. Einheimische meinten, man könne sogar in dem See baden. Aufgrund der Tatsache, dass ich noch eine Nacht in meinem Schlafsack verbringen musste und kein fließendes Wasser zur Verfügung stand, hatte ich davon allerdings Abstand genommen. Wie faule Eier zu riechen ist dann doch nicht unbedingt mein Ding. Die Sterne und der Halbmond belohnten mich zur Nacht noch zusätzlich mit einer tollen Aussicht. Oben am Kraterrand konnte ich noch genau soviel Platz finden, um nicht in die Tiefe zu stürzen oder den steilen Hang hinunter zu rollen. Fledermäuse, kleine Spinnen und lästige Ameisen waren die Besucher zur Nacht. Sie konnten mir aber nicht die Freude an der Tatsache nehmen, alleine und in purer Freiheit diese Momente genießen zu können.

Zum Morgen war ich dann in den Krater gestiegen, um mir ein genaues Bild der grünen Suppe zu machen. Wirklich wie vom anderen Planeten. Das Wasser war an manchen stellen extrem heiß und mir blieb der Atem stehen, wegen all den toxischen Dämpfe. Übrigens habe ich die Farben hier nicht sonderlich nachbearbeitet. Nix Photoshop und so – Einfach Klasse oder!

Diese Eindrücke wollte ich mit euch teilen und vielleicht schafft ihr es ja einmal selber in dieses verwinkelte Eck von Mexiko. Meine Empfehlung hat die Tour auf jeden Fall… Habt ihr Lust auf mehr Geschichten dieser Art?

Seit kurzem könnt ihr meine Mexikotour im Oktober buchen. Weitere Infos findet ihr -> HIER <- .

 

 

„Immer den Träumen hinterher!“

 

Euer Martin

 

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