Schnee in jeder Ritze

Grönland NEEM

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Das Wetter hat uns weiterhin fest im Griff. Ich wache morgens auf und wundere mich über die beiden geöffneten Schlafsäcke. Während der Nacht muss ich diese wohl unbemerkt geöffnet haben. Es ist mit minus 9.2 Grad nicht wirklich kalt. Winde von mehr als 10 Meter pro Sekunde tragen aber dazu bei, dass es sich draußen wesentlich kälter anfühlt. Die Zeltplane hält die Winde zum Glück zurück und die eigene Körperwärme heizt das Zelt wohl entsprechend auf. Hat es über minus 10 Grad ist es hier vielen sowieso zu heiß.

Nachts habe ich schon Probleme in das Zelt zu kommen. Der feine Schnee zieht durch jede Ritze, wie Sand in der Wüste. Das halbe Vorzelt ist mit dem staubigen weißen Zeugs voll. Um überhaupt in das Innere zu gelangen schiebe ich mit den Händen den Großteil weg und drücke ihn zusammen. Von allen Seiten drücken die Massen gegen die Plane, welche mit Schlägen gegen das Innenzelt teilweise von der Last befreit werden.

Morgens dann wieder das gleiche Spiel. Anscheinend hat es ein Teil des Schnees sogar geschafft unter das Zelt zu gelangen. Die ganze Matratze scheint diesen Morgen etwas schiefer als sonst zu liegen. Alles ist verweht und der Ausstieg wird mir erschwert.

Als ich den Reisverschluss des Zeltes jedoch öffne werde ich scheinbar belohnt und von einer anderen Arktis begrüßt. Einer die sich über Nacht einfach selbst einer Verschönerungskur unterzieht. Alte Spuren sind Vergangenheit, begraben unter der neuen Schneedecke. Knapp 30cm tiefer liegt das Zelt diesen Morgen. Die Polarschuhe versinken beim Laufen komplett im neuen Weiß. Ich nehme mir ein paar Minuten um die Aussicht zu genießen, bevor ich zum Frühstück und später zur Arbeit stapfe.

Martin Leonhardt

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Über viele Jahre erkundet er unseren Planeten. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

3 Kommentare

  1. Hast Du eine konkrete Aufgabe innerhalb eines Drill-Vorgangs und wenn ja welche, oder ist Dein Teil die Instandhaltung/Verbesserung aller elektrischen und elektronischen Komponenten Eurer Basis?

  2. Sers Dominik. Um die konktrete Frage zu beantworten. Beides.
    Eigentlich bin ich hier als Elektonik Engineer. Der letzte Satz von dir beschreibt diese Taetigkeit ganz gut. Wenn ich Zeit habe helfe ich beim Bohrbetrieb. Das umfasst dann alle Taetigkeiten die dazu gehoeren. Ich schreib naechste Woche einmal einen ausfuehrlicheren Post darueber damit ihr euch das besser vorstellen koennt. ;-)

    Martin

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