Thermarest Prolite Plus im Praxistest

Schöne Aussicht

Schöne Aussicht

Die Thermarest Prolite – der Klassiker unter den Outdoormatten. Schon seit Jahren hab ich die Produkte von Thermarest im Einsatz. Für die Große Reise ist es nun die neue, überarbeitete Prolite Plus geworden. Da ich grad etwas Zeit habe – hier meine Einschätzung.

 

Erster Eindruck:

 

Neue Farbe, neue Unterseite, neuer Packsack. Das Plus steht nun für die 3,8 Zentimeter dicke Variante. Das dunkle Orange finde ich besser als das fast schon grelle des Vorgängermodels. Die Unterseite hat nun rutschfestere „Noppen“ und nicht mehr die glatte Fläche mit den schwarzen Punkten. Beim Packsack wurde scheinbar eingespart. Es fehlt die kleine Trageschlaufe oben an der Schnur. Auch die Grifftasche am unteren Ende fehlt. Ventil und Form sind gleich geblieben. Ich besitze die Prolite Plus Reg mit einer Länge von 185 Zentimetern. Die Qualität ist weiterhin top. Alles ist sauber verarbeitet. Keine störenden Franzen, Nähte oder sonst dergleichen zu finden.

 

Die Daten:

Konstruktion:
selbstaufblasende Isomatte
Einsatzbereich:
Skitouren, Expeditionen, Wintercamping
Außenmaterial:
Oberseite: 100% Polyester/ Unterseite: 100% Nylon
Füllung:
vorgestanzter Urethan-Schaumstoff
R-Wert:
3.8
Dicke:
3,8 cm
Größen:
51 x 119 cm (Small)/ 51 x 183 cm (Regular)/ 63 x 196 cm (Large)
Packmaß:
28 x 10 cm (S)/ 28 x 12 cm (Reg)/ 33 x 13 cm (L)
Gewicht:
480 g (S), 680 g (Reg), 940 g (L)
Extras:
strukturierte Oberseite und rutschfeste Mattenunterseite

 

Praxistest:

 

Während der letzten vier Wochen auf Reise konnte ich die Matte schon in den unterschiedlichsten Situationen testen. Zur kältesten Nacht betrug die Temperatur – 15°. Die wärmste lag wohl so bei + 15°. Meistens herscht hier in der Wüste trockenes Klima – aber auch am Meer hatte ich schon einige male mein Zelt aufgeschlagen. Mit entsprechend höherer Luftfeuchtigkeit. Während ich diese Zeilen schreibe, liege ich gerade auf der Matte. Ohne Zelt, unter klarem Sternenhimmel mit Vollmond. Nur eine Zeltunterlage liegt zwischen der Thermarest und dem Boden. Obenauf schlüpfe ich natürlich noch in einen Daunenschlafsack. Aber momentan ist es wirklich sehr angenehm hier draußen. Absolute Ruhe in der von Felsen und Steinen übersäten Wüstenlandschaft. Aber zurück zum Thema.

 

Thermarest Prolite Plus und Tasche

Prolite Plus und Tasche

Einmal aufgepumpt liegt es sich auf der Prolite genau so bequem wie auf dem Vorgängermodell. Fünf starke Luftzüge reichen mir aus, um genügend Luft einzubringen. Ganz von alleine wird sie sich nicht füllen, wenngleich es auch so verkauft wird. Über das Ventil lässt sich der Komfort etwas regulieren. Das hat natürlich seine Grenzen und man darf kein weiches Bett erwarten. Aber definitiv liegt es sich bequemer als auf einer Isomatte. Die Größe ist für mich mit 1,85m optimal. Die neue Unterseite hält was sie verspricht. Bis dato konnte ich kein nervendes Rutschen feststellen.

 

Eingepackt wird wie üblich. Einfach zusammenlegen und die Luft herausdrücken. Mit etwas Übung klappt das in weniger als zwei Minuten. Durch die rutschsichere Unterseite flutscht die Matte nicht mehr ganz so schön in den Packsack. Was nervig sein kann, wenn nicht richtig zusammengerollt. Aber auch das kommt mit der Übung. Interessant wird es, wenn man auf Meeresniveau packt und abends bei 4000 Metern die Matte auspacken will. Durch den niedrigeren Luftdruck dehnt sich die Matte nämlich ziemlich auf. Kann mitunter nervig sein. Mein Tipp an dieser Stelle: Packt die Matte mit dem Ventil nach oben ein. Dann kann man dieses noch öffnen und die überschüssige Luft herausdrücken.

 

Warum Thermarest das sehr nützliche Grifffach des Packsacks eingespart hat, bleibt mir ein Rätsel. Klar geht’s auch so, aber mit der alten Tasche ging das besser von der Hand. Die par Gramm Gewicht hätte ich gerne noch mit mir getragen.

 

Packsack ohne Griff

Packsack

 

Verstaut wird die Matte bei mir in einer Ortlieb Tasche, mit all der anderen Campingausrüstung. Diese wiederum wird hinten auf dem Motorrad festgezurrt. So sicher verpackt denke ich nicht die Matte zu beschädigen. Und meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Thermarests sehr robust sind. In sieben Jahren musste bei der alten Matte nichts geflickt werden.

 

Alternativen und Fazit:

 

Neben der Thermarest kann ich auch die Exped Downmat empfehlen. Einen Test zu dieser „Luftmatratze“ findet ihr hier. Sicherlich wäre auch diese geeignet für ausgiebige Abenteuerreisen. Besonders wenn es richtig kalt wird. Sie ist ein gutes Stück bequemer. Persönlich finde ich die Prolite einfach praktischer. Das Pumpen mit der Hand mag zwar hygienischer und auf Dauer besser für die Matten sein, auch steigern die Daunen der Downmat den R-Wert. Die Thermarest ist einfach schneller aufgeblasen und auch das Einpacken gestaltet sich einfacher. Wer von der alten Matte umsteigt, dem empfehle ich den Packsack des Vorgängermodels zu verwenden. Keinesfalls wegschmeißen!

 

Günstig sind keine der Matten. Die Thermarest geht derzeit für knapp 100€ über den Tisch. Z.b. hier.  Wer Glück hat kann vielleicht noch ein Auslaufmodel der Vorgängerversion abgreifen. Die rutscht zwar etwas mehr, ist minimal schwerer, dafür hat sie die praktischere Tasche und ist ansonsten absolut gleich aufgebaut. Für kürzere Touren mit geringem Budget tut es meist auch eine normale Isomatte. Diese gibt’s dann schon ab 10€ aufwärts. Thermarest bietet noch kürzere, breitere, dickere und dünnere Modele an. Für Frauen gibt’s dann noch welche mit einem schönen Blumenmuster. Das muss dann jeder für sich selber wissen.

 

 

 

Na dann – allzeit schöne Träume. Outdoor versteht sich!

 

Zu kaufen gibts die Matte auch bei den Bergfreunden!

 

Bergfreunde Online-Shop

 

 

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Gesamtbewertung

Qualität 9
Preis - Leistung 8
Funktionalität 9
Komfort (für Isomatten) 9
Robustheit 9
Gesamt
8.8 Great!

Pro und Kontra

Gewicht
Praktischer Einsatz
Schnelle Handhabung
Packsack
Martin Leonhardt

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Über viele Jahre erkundet er unseren Planeten. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

5 Kommentare

  1. Nachdem was ich alles so über Thermarest gehört habe, will ich ja nun endlich auch mal eine. Für die paar Male, die ich sie dann mal brauche, wird mir vermutlich die Trail Lite reichen, hab ja zumindest noch nicht vor auch bei Minusgraden draußen zu schlafen.

  2. Hallo Martin,

    danke für diese Review zur Prolite Plus.
    Bin gerade auf der Suche, nicht für mich, soll ein Geschenk werden ;)!

    Wünsch Dir weiterhin eine gute und unversehrte Reise ;)!

    Gruß,
    Uwe

  3. Hallo Martin,
    mich würde mal interessieren, was für eine Zeltunterlage du unter die isomatte legst?
    Ich bin ein camping Neuling so zusagen und hab mir jetzt die prolite plus regular gekauft und nen schicken Schlafsack dazu.
    Und ich mochte gern damit ohne zelt draußen Schlafen. Allerdings hab ich bedenken, dass der Schlafsack evtl schaden nehmen könnte, da die isomatte ja nicht so breit ist und somit der Schlafsack ja teilweise auf dem Boden liegt…
    Also würde ich gern was unter legen.
    VG, Luise

Trackbacks/Pingbacks

  1. Mammut Ajungilak Sphere UL Daunenschlafsack im Praxistest › Freiheitenwelt - 23. November 2013

    […] kurzem hatte ich über die Thermarest Outdoormatte geschrieben. Um bei frostigen Temperaturen erholsam nächtigen zu können, bedarf es natürlich […]

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