Primus OmniLite TI – 5 Jahre auf Reise – Dauertest

Primus Omnilite TI

Um einmal ganz ehrlich zu sein – ich bin wirklich kein sonderlich passionierter Koch. Auch auf Reisen, und gerade wenn ich einmal länger mit dem Motorrad oder auf Wanderungen unterwegs bin, fehlt mir meist die Energie am Abend noch ein aufwendiges Menü aufzukochen. Manchmal kommt das durchaus vor, wenn ich z.B. einen Fisch geschenkt bekomme oder es besonderes Gemüse zu kaufen gibt. Aber in 90% der Fälle gleicht das Abendessen mehr dem Bild hier oben. Nudeln, ein paar Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, vielleicht etwas Paprika oder Zucchini und entsprechende Gewürze. Nur sehr selten mache ich mir die Mühe Fleisch zu transportieren. Allerdings reicht es meist für Frühstückseier und ganz sicherlich immer für eine heiße Tasse Kaffee.

Auch wenn die Speisen somit simpel in der Zubereitung sind, ohne einen Kocher geht es so oder so nicht. Besonders in kälteren Gegenden weiß man es wirklich zu schätzen, wenn man sich noch etwas heißes für die Magen zubereiten kann. Also ist eine lange Reise für mich ohne einen vernünftigen Kocher überhaupt nicht vorstellbar. Seit Jahren begleiten mich nun schon Primus Kocher – und da ich den oben genannten Omnilite TI nun wirklich schon in allen Regionen zum Einsatz hatte, gibt es it diesem Artikel ein kurzes Feedback – nach mehr als 5 Jahren auf Reise.

Vor dem Zelt
Eine heiße Mahlzeit am Abend ist Gold wert. Tägliches Bild wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin.

 

Primus hatte mir vor meiner Mexiko Reise das „neue Model“ zugeschickt. Das hatte mich natürlich gefreut und somit konnte ich die ersten Monate meiner aktuellen Reise ganz unbeschwert meine Mahlzeiten zubereiten. Im Vergleich zum Model aus 2012 kann ich ehrlich gesagt aber keine großen Unterschiede feststellen. Die Mechanik, Material und jede kleinste Schraube im Ersatzteil-Kit sind absolut identisch. Die beigefügte Tasche wurde überarbeitet und macht einen äußerst wertigen Eindruck. Sie bietet weitaus mehr Platz, als es für den kleinen Kocher nötig wäre, aber dafür passt ein komplettes dreiteiliges Kochset samt Gewürze, Besteck und Reinigungsmittel hinein. Nur die Treibstoffflasche transportiere ich noch extra an anderer Stelle. Jene hat als Neuerung mittlerweile einen Sicherheitsverschluss bekommen. Auf anderen Blogs wir die Tasche immer bemängelt – ich finde sie allerdings absolut genial, da ich somit meine mobile Küche in einer Tasche habe. Jene findet dann wiederum Platz in meinem Ortlieb Packsack mit all der anderen Campingausrüstung.

 

Packtasche und Kocher OmniLite TI

Primus Omnilite TI
Primus kompakter Kocher mit Tasche

 

Denn Kocher hatte ich über die Jahre sowohl mit Gaskartuschen, Reinbenzin und Benzin (82 – 97 Oktan) betrieben. Das sauberste Brennergebnis erreicht man mit Gas oder Reinbenzin. Benutzt man jene Brennstoffe fällt eine Reinigung des Kochers quasi aus. Die Brennstoffe werden absolut sauber verbrannt und es bilden sich keine Rückstände am Metal oder in der Benzinleitung. Die integrierte Reinigungsfunktion leistet hier wirklich gute Dienste. Dazu dreht man am Ende des Kochvorgangs die Treibstoffflasche einfach um. Der OmniLite TI verbrennt dann jeglichen Brennstoff von der Leitung, über das Ventil, bis hin zur Düse. Das ist auf der Pumpe deutlich mit einem „ON“ und „OFF“ gekennzeichnet.  Jene Brennstoffe werde genau deswegen natürlich dann auch von Primus empfohlen. Wer also entsprechend Platz in seinem Reisegepäck hat, dem sei jene Anwendung natürlich ans Herz gelegt. In den meisten Ländern, auch in Lateinamerika, ist „Gasolina Blanca“ in jedem Heimwerkermarkt, manchmal in Apotheken, leicht verfügbar. Bei den Kartuschen sieht es dann schon anders aus. Jene sind auch mit Abstand die teuersten.

Als Motorradreisender hat man natürlich immer Benzin vorrätig. Deswegen, und auch wegen dem geringeren Platzbedarf im Gepäck, zapfe ich mir meinen Treibstoff immer direkt vom Tank des Motorrades oder von den Zusatzkanistern an meinen Koffern. Der Nachteil ist offensichtlich. Der Kocher setzt natürlich über die Zeit einiges an Russ an und somit muss die Düse öfters mit dem beigefügten Werkzeug gereinigt werden. Weiter unten findet ihr Bilder von meinem aktuellen Kocher nach Monaten des Betriebs mit Benzin von der Tankstelle. Das sorgt natürlich auch für schwarze Finger und allgemein ist die ganze Handhabung mit dem dreckigen Benzin nicht ganz so schön wie mit den sauberen Brennstoffen. Allerdings ist es mir den Aufwand wert und mit etwas Übung bekommt man den Kocher auch ohne große Schmierereien in Betrieb. Die Qualität des Benzins merkt man hierbei deutlich. Was die Oktanzahl betrifft kann ich keine großen Unterschiede feststellen. Allerdings spielt eventueller Schmutz im Benzin eine gravierende Rolle. Gut beraten ist jeder mit einem kleinen Filter im Tankeinlass, was den größten Teil der Verunreinigungen schon beim Tanken zurückhält.

 

Omnilite TI mit allem Zubehör – neu

 

Ich hatte in der Vergangenheit auch mit Alkohol- und Spiritusbrennern experimentiert. Erstere kann man sich sogar selber aus Redbulldosen basteln, wenn man dafür Zeit hat. Das Packmass lässt sich auf diesem Wege (je nach Vergleichskocher) um vielleicht 200 – max 500 Gramm reduzieren, was für anstrengende Wanderungen vielleicht vom Vorteil ist. Ich bin allerdings immer wieder zu meinen Mehrstoffkochern und Benzin zurückgekehrt. Die Geräte funktionieren wirklich immer zuverlässig und gerade der OmniLite TI mit seinem geringen Gewicht von +-300 Gramm macht hier den „Bock“ nicht wirklich fett. Wirklich ins Gewicht fällt immer der Brennstoff und das nötige Kochgeschirr. Früher hatte ich immer eine 1-Liter Flasche direkt an meine Motorradkoffer montiert. Wegen meiner Wanderungen finde ich die mitgelieferte kleine Flasche aber deutlich handlicher. Das Benzin reicht bei nicht allzu ausgiebiger Nutzung leicht für +- 3 Tage.

Für große Kochtöpfe ist der OmniLite TI natürlich nicht gemacht. Oben verlinktes Kochset, bestehend aus zwei Töpfen und einer kleinen Pfanne, trägt er aber ohne Probleme. Für zwei Personen kann man damit sehr komfortabel kochen. Für größere Gruppen würde ich den TI nicht empfehlen, dafür gibt es wirklich bessere Systeme. Die Titan-Legierung wirkt auf den ersten Blick vielleicht filigran, aber auch hier konnte ich weder einen Bruch oder eine Verbiegung über die vielen Jahre feststellen. Einzig die Schraube auf der Unterseite muss man ab und an etwas nachziehen.

 

Auf Tour mit dem Primus

 

Mein Fazit nach vielen Jahren auf Reisen ist simpel. Ich werde sicherlich weiterhin auf den Primus Kocher vertrauen. Den Kocher bediene ich mittlerweile im Schlaf, er ist äußerst zuverlässig und mit entsprechender Wartung (Bei KFZ-Benzin) scheint mir der OmniLite für ein Leben gemacht zu sein. Einen direkten Vergleich zu anderen Herstellern wie MSR kann ich leider nicht bieten. Ich kann mich nur gut erinnern, dass so mancher MSR Nutzer über undichte Leitungen und die Plastikpumpe geflucht hatten. Ohne dreckige Finger geht es auch beim Primus nicht immer, aber unterm Strich ist die Handhabung wirklich simpel und am wichtigsten funktioniert das Gerät von 0 – 5000 Meter und bei Temperaturen von -25° bis 40°. Das sind zumindest die Extreme in denen ich auf Reisen meine Mahlzeiten zubereiten konnte.

Der mitgelieferte Windschutz leistet beste Dienste und musste von mir nur einmal innerhalb der letzten 5 Jahre ersetzt werden. Das Aluminium wird an den Knickstellen natürlich irgendwann brüchig. Das Ventil arbeitet sehr fein und die Flamme kann der nötigen Temperatur angepasst werden. Für mich bleiben hier keine Wünsche offen und ich freu mich auf weitere spannende Tage Outdoor.

Derzeit (Okt/2018) gibt es über meinen Partner www.bergfreunde.de Primus Produkte zu einem stark ermäßigten Rabatt zu kaufen. Falls ihr diesem Link folgt könnt ihr Freiheitenwelt ein wenig unterstützen… Danke!

 

Kocher neu

Primus Omnilite TI
Primus Omnilite TI – nagelneu

 

2013 hatte ich vor meiner „Weltreise“ schon einmal über den Omnilite TI berichtet. Damals fehlte mir natürlich die wirkliche Erfahrung auf Reisen. Jenen Kocher habe ich einem Freund in Cancun – Mexiko geschenkt. Einzig die Benzinleitung war an den Dichtungen defekt und musste erneuert werden. Ansonsten hätte ich meine Reise durch Mexiko (Eindrücke hier!) auch mit jenem Kocher fortsetzen können. Ich hatte in Südamerika zu 95% normales Benzin von der Tankstelle im Einsatz. Das hat natürlich einen erhöhten Aufwand bei der Reinigung zu folge. Da Benzin aber auf der anderen Seite mit dem Motorrad immer zur Verfügung steht, macht es für mich keinen Sinn extra immer „weißes“ Benzin zu besorgen. Hier noch der Link zum Artikel und ein paar Bilder von dem OmniLite, wenn er über Monate mit Benzin von der Tankstelle betrieben wird. ;-)

 

Bilder von gebrauchtem Kocher

 

Artikel zum OmniLite TI vor Weltreise

Primus Omnilite TI im Test

 

Ich wünsche euch was!

„Immer den Träumen hinterher!“

Euer Martin

 

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