Garmin Montana 600 im Test

Ortsstrasse

Weiter Richtung Ortsstraße in der Wüste

Seit sieben Monaten begleitet mich nun schon das Garmin Montana 600 auf meiner Reise. Zeit einmal ein kleines Feedback zu geben! Mittlerweile hat das Gerät schon so einige raue Straßen, viel Staub, Regen, um es kurz zu machen, eigentlich alle Witterungsbedingungen, über sich ergehen lassen müssen. Hauptsächlich verwende ich das GPS als Straßennavigator und ab und an auch für Wanderungen und Gebirgstouren.

 

Der erste Eindruck:

Das Gerät liegt ziemlich schwer in der Hand, ist sehr gut verarbeitet und macht, Garmin typisch, einen sehr wertigen und robusten Eindruck. Das 600er Montana hebt sich durch einen gelben Plastikring von seinen beiden Geschwistern, dem 650er und 650t, ab. Im wasserdichten Gehäuse eingearbeitet, befindet sich nur ein Schalter am Gerät. In der Standardkonfiguration dient dieser zum Ein-/Ausschalten und zur Helligkeitseinstellung des Bildschirms. Die Hauptbedienung findet über das 4″ Touchscreen Display statt.

Das Batterie- und Speicherkartenfach öffnet sich über einen kleinen Drehknopf. Das Montana wird mit einem 2000mAh Li-ion Akku geliefert, kann aber auch mit 3 AA Mignon Batterien oder über ein Netzteil betrieben werden. Die Lautsprecher sind, fast unsichtbar, oben im Gehäuse eingearbeitet. Rechts befindet sich eine großzügig dimensionierte Öse für Arm- oder Halsbänder. Des weiteren befinden sich jeweils eine Buchse für USB, Antenne und Audio auf der Rückseite. Alle drei sind durch ein abdichtendes Gummi geschützt. Unten finden sich Anschlusspins für den optionalen Garmin Halter.

Der Touchbildschirm liefert ein deutliches Bild und die Bedienung funktioniert problemlos. Die Schrift ist deutlich groß und die Farben klar. Standardmäßig ist eine Helligkeit von 70% eingestellt. In dieser Einstellung bietet das GPS schon ein ausreichend helles Bild und nach oben gibt es somit noch Reserven. Das GPS kommt nur mit einer weltweiten Basiskarte daher.

 

Hauptmenü

Garmin Montana 600

 

Wichtige Parameter:

  • Robustes Gehäuse
  • Wasserdicht (IPX7)
  • Standard AA-Batterien, Li-ion Akku
  • Gewicht inkl. Batterien: nur 289 g
  • Farbdisplay, Touchscreen, 5,06 x 8,93 cm, 272 x 480 Pixel, Quer- Hochformat
  • 3-Achsen Kompass
  • Maße: 7,48 x 14,42 x 3,64 cm
  • 3-GB-Speicher, erweiterbar mit microSD
  • 2000 Wegpunkte
  • 200 Routen
  • 10000 Punkte Trackaufzeichnung, 200 speicherbare Tracks
  • Schnittstelle USB

 

Infos vom Hersteller:

Das Montana 600 GPS von Garmin ist mit einem 4 Zoll großen Touchscreen ausgestattet, der auch bei Sonneneinstrahlung gut lesbar ist. Er bietet gestochen scharfe Farben und zeigt Bilder mit hoher Auflösung an. Dank des benutzerfreundlichen Menüs nimmt die Informationssuche weniger Zeit in Anspruch, und man kann sich darauf konzentrieren, die Natur zu genießen. Der widerstandsfähige und wasserdichte Montana 600 trotzt den Elementen: Erschütterungen, Staub, Schmutz, Feuchtigkeit und Wasser können diesem robusten Navigationsgerät nichts anhaben.

 

  • in den microSD™-Kartensteckplatz kann man eine Speicherkarte mit vorinstalliertem BlueChart g2 einlegen
  • drahtlose Übertragung: Infos an andere Benutzer mit kompatiblen Garmin-GPS-Geräten weitergeben bzw. empfangen
  • mit dem WAAS/EGNOS-fähigen GPS-Empfänger mit hoher Empfindlichkeit sowie HotFix®-Satellitenvorhersage kann der Montana 600 die Position im Handumdrehen genau bestimmen und halten
  • integrierter, elektronischer 3-Achsen-Kompass mit Neigungskorrektur
  • barometrischer Höhenmesser ermittelt anhand von Änderungen des Luftdrucks die genaue geografische Höhe
  • duales Batteriesystem
  • Geocachingfähig

 

Hinten offen

Garmin Montana 600 – Hinten offen

 

In der Praxis:

Wie schon geschrieben, verwende ich das Gerät hauptsächlich zur Straßennavigation. Mit einer 32GB microSD Karte bietet sich genügend Platz für das Kartenmaterial. Ich verwende sowohl Originalkarten von Garmin als auch Open-Source Karten. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die “kostenlosen” Karten, den mitunter teuren Garmin Karten, in fast nichts nachstehen. Das Routing funktioniert meist sehr gut. Manchmal will einem das Gerät aber auch über Rad- und Gehwege führen. Aber das kommt schon eher selten vor. Die topografischen Karten sind mit vielen zusätzlichen Informationen versehen. Absolute Empfehlung für die Navigation meinerseits. Als Quelle zum Download kann ich diese Seite empfehlen. Hier klicken!

Große Städte werden in den Originalkarten besser und exakter dargestellt. Auch das Routing funktioniert dort deutlich besser mit Garmin Karten. Gerade die vielen Einbahnstraßen Südamerikas sind bei den freien Karten oft falsch eingetragen. Für Europa hatte ich auch die Garmin Karten in Verwendung. Diese sind sehr gut und verhältnismäßig günstig. Die Routen werden sehr schnell berechnet!

Das Montana ist frei konfigurierbar und somit kann man sich den Startbildschirm seinen Bedürfnissen entsprechend anpassen. Somit sind auf einem Klick z.B. der Kompass, Höhenprofil, Tracks, die Sonne und Mond Anzeige, Suchoptionen oder eben die Karte verfügbar. Auch sonst sind die Einstellmöglichkeiten wirklich enorm, weswegen ich hier nur auf meine eigenen Favoriten eingehen kann. Für die Kartenansicht verwende ich die Nüvi Anzeige. Für mich sind die Höhenanzeige und der Kilometerzähler bis zum Ziel wichtig. All dies lässt sich umfangreich und frei konfigurieren. Jeder wird hier sicherlich seine eigenen Favoriten schnell finden.

Auch die Suchoptionen sind umfangreich. So finden sich auch Bankautomaten, Restaurants, Tankstellen oder Unterkünfte ziemlich schnell. Sehr gerne verwende ich auch einfach die Kompassanzeige, wenn ich frei durch die Lande fahre.

Display: Für einen Touchdisplay ist es hell genug. Bei direkter Sonneneinstrahlung gehen allerdings schon viele Details verloren. Die Bedingung funktioniert sehr gut und schnell. Nur mit den Motorradhandschuhen vertippt man sich doch schon mal leicht, was eine umfangreichere Bedienung während der Fahrt eigentlich verbietet. Komischerweise wechselt z.B. die Zoomsteuerung bei einem Vertipper auf die Karte die Seite. Das ist schon sehr verwirrend und kann doch sehr von der Fahrt ablenken. Also -> IMMER ANHALTEN! Sicher weiter fahren!

 

Garmin Montana 600 - TT Halter

Garmin Montana 600 – TT Halter

 

 

Motorradsetup:

Hier noch eine Anmerkung für alle KTM 1190er Fahrer: Bei anderen Motorrädern bzw. Fahrrädern kann das Gerät natürlich anders installiert werden. Am Motorrad hab ich das Gerät im sehr robusten, abschließbaren Touratech Halter montiert. Der Halter ist gedämpft und schützt das GPS sehr gut. Zu Beginn meiner Reise hatte ich das Setup über dem Cockpit der KTM 1190 installiert. Da die Kombination aus Halter und GPS fast ein halbes Kilogramm wiegt, sollte man sich die Installation an der Stelle aber gut überlegen. Bei mir hat dies zu einem Bruch der Rahmenaufhängung des Cockpits geführt. Wer jedoch nur wenig Offroad fährt, für den wird dies die optionale Stelle sein, da der Bildschirm dort sehr gut im Blickfeld ist. Allen Schotterfans empfehle ich, dass Gerät via eines RAM-Mounts am Lenker der Maschine zu installieren. Die Informationen können dort zudem leichter abgelesen werden.

 

 

 

Fazit:

Das Gerät tut was es soll. Mit einem guten Kartenmaterial lässt sich überall sehr gut Navigieren. Die Anzeige arbeitet sehr schnell. Auch die Routen werden schnell berechnet und es gibt umfangreiche Optionen zur Vorauswahl. Die Verarbeitung des Geräts ist beispielhaft und macht einen unverwüstlichen Eindruck. Sicherlich verträgt das GPS denn ein oder anderen Sturz oder ein Bad im Wasser. Der Bildschirm ist für einen Touchscreen hell genug und sollte den meisten Situationen gerecht werden. Nur bei direkter Sonneneinstrahlung wird es schwierig. Die Batterielaufzeit des Akkus ist sehr gut. Die Bedienung mit den Handschuhen kann manchmal ziemlich verzwickt sein.

Bergsteiger, Wanderer und Radfahrer sollten sich überlegen, ob eventuell ein kleineres Gerät nicht besser wäre. Das Gerät zählt mit Sicherheit nicht zu den Leichtgewichtigen. Spontan würde ich hier ein Garmin der 62er Baureihe empfehlen. Durch den großen Bildschirm finde ich es zum Navigieren am Motorrad sehr gut.

 

Preis und Alternative:

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Gerät liegt laut Garmin bei 469.-€. Etwas billiger gibt es das Gerät z.B. hier. Die etwas teureren “Brüder” haben noch eine 5 Megapixel Kamera installiert. Das 650t beinhaltet zusätzlich noch eine Europaweite Freizeitkarte.

 

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Gesamtbewertung

Qualität - Verarbeitung 10
Bildqualität - Helligkeit 8
Bedienung 8
Batterielaufzeit 8
Geschwindigkeit 9
Gesamt
8.6 Great!

Pro und Kontra

Haptik
Robustheit
Geschwindigkeit
Flexibilität
Preis
Teure Originalkarten
Martin Leonhardt

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Über viele Jahre erkundet er unseren Planeten. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

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