Zurück in Deutschland – Und wie gehts weiter?

Seguir Haciendo

Zitat von Che auf Leinwand

So so – der liebe Che Guevara hatte in all den stürmischen Zeiten seiner Reise und der Revolution also was gelernt: “Zuerst muss man etwas anfangen – danach kann man sich überlegen, wie man damit weiter machen kann!” So oder ähnlich steht es auf diesem Propagandaschild in Kuba geschrieben. Rein zufällig bin ich gerade eben auf das Bild aufmerksam geworden. Ich hatte das Schild während meiner Reise durch Kuba aufgenommen. Eigentlich war es eine riesige Mauer auf Stelzen – egal. Ich war sogar zu faul vom Motorrad abzusteigen. Ganz ehrlich hatte ich zum Zeitpunkt der Aufnahme die einzelnen Wörter sicherlich nicht einmal gelesen. In Kuba wird man mit derartigen Propagandazitaten regelrecht erschlagen. Was man dazu denkt bleibt jedem ohnehin selber überlassen. Ich persönlich bin solchen Worten gegenüber immer sehr skeptisch eingestellt und überlege mir schon genauer ob ich jenen meinen Glauben schenke oder nicht. Ach ja – noch ein Che an der Wand – mach ein Foto und weiter, dachte ihr mir. Abgesehen von Che hatte es nämlich noch eine ganze Heerschar anderer Helden, die nicht müde wurden ihre Worte unter das Volk zu mischen.

Interessant für mich ist, dass jenes Zitat genau jetzt auf mich zukommt und es sich bis in die 4-Star Zone meines Lightroom Katalogs vorgearbeitet hat. Ja Leute – da kommt man als Bilderl nicht allzu leicht hin. Andere Geschichte… So sitze ich nun seit einigen Tagen in meinem alten Jugendzimmer und arbeite einige Projekte aus. Dabei bin ich täglich mit den Erlebnissen der letzten 3.5 Jahre, aber auch den Jahren vor meiner Lateinamerikareise, konfrontiert. Alles natürlich in Bild und Ton und in einer Fülle die wahrscheinlich für mehr als ein Leben reichen würde. Der Kulturschock kommt in Raten und ganz unverhofft. Zwei Wochen Deutschland. Zwei Wochen des Einlebens jenseits des Begreifens. Nicht vieles hat sich geändert, alte Bräuche werden von neuem gelebt und ehe man sich versieht ist man wieder zurück im Alltag vergangener Jahre. Nun frage ich mich also, welchen Wert die letzten 3.5 Jahre eigentlich hatten? Wo ist die Veränderung, der Neuanfang, das Tun vor dem Weitermachen?

Zeit für Interpretationen. Um Che’s Worte einmal auf meine Situation widerzuspiegeln, bin ich wohl gerade in der zweiten Phase. In der Phase in welcher sich alle Gedanken und Tätigkeiten darauf fokussieren weiterhin und zeitnah ein abenteuerliches Leben führen zu können. Abenteuer – Reise – Fotografie, die Leier kennt ihr ja. Es soll weiter gehen! Die Leidenschaft in mir für alles was sich um Freiheitenwelt.de aufgebaut hat ist weiterhin groß und ich bin in vielen Be- oder Verlangen einfach unstillbar. Was mir Che in seinen Worten nicht vermittelt – wie genau er eigentlich seine “Große Lektion” gelernt hatte. Erfolgt oder Niederlage? Lernen kann man aus beidem. Der Revolutionär wird auch Jahre nach seinem Tod noch als Held in Cuba gefeiert. Somit kam das Lernen aus dem Erfolg. “¡Hasta la victoria siempre!” – “Immer bis zum Sieg!”  Und was kommt danach? Es gibt Kämpfe die enden niemals! Ist das nun Teil vom großen Anfangen, vom großen Lernen oder vom großen Weitermachen?

Mit einem muss ich Che 100% recht geben. Es ist sicherlich immer besser etwas auszuprobieren, anstatt sich im Gedanken an die möglichen Folgen zu verlieren. Hätte ich vor Jahren nicht den Schritt in die Freiheit gewagt, würde ich nun wahrscheinlich noch immer Löcher in Eisberge bohren und mich im sozialen Brachland polarer Regionen selber verlieren. Aber das ist noch eine andere Geschichte die ein Buch füllen könnte…

Und wie gehts weiter? Die große Frage – noch immer unbeantwortet. Aber wie Che auch andernorts schreibt ist Erfolg oft dort zu finden, wo man ihn am wenigsten erwartet. Ich bin mir ziemlich sicher meine Abenteuer weiter leben zu können. Wann – das ist die Frage! Wie – ich habe keine Ahnung! Aber ich weiß, dass ich täglich darauf hinarbeite ein noch spannenderes Leben führen zu können. Vielleicht ein Leben das ich mir derzeit noch gar nicht vorstellen kann…

Manchmal muss man wohl einfach durch verschlossene Türen gehen, auch wenn man nicht weiß, was einen eigentlich auf der anderen Seite erwartet… Ich bin dabei!  Ihr dürft mich gerne begleiten!

Euer Martin

 

 


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Bergzeit.de
Martin Leonhardt

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Über viele Jahre erkundet er unseren Planeten. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

3 Kommentare

  1. Wolf Rothmann

    Hallo Martin,

    ich bin eher zufällig über Deinen Blog gestolpert, als ich nach Informationen und Erfahrungen über die “Drift Ghost” Kamera gesucht hatte. Seither verfolge ich mit Spannung Deinen Blog und bin immer wieder erstaunt und gleichermaßen fasziniert von Deiner Art zu Schreiben – das hast Du echt drauf! Ich hoffe ich schaff’s auf einen Deiner Vorträge – würde mich sehr freuen.

    Viele Grüße aus’m Spessart & viel Erfolg für Deine Dia-Tour,

    Wolf

  2. Ist doch immer wieder die gleiche Geschichte die ein Reisender nach langer “Abwesenheit” von “Zuhause” berichtet. Ich bin sicher, irgendwie geht die Reise für jeden weiter…

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