Wind und Eis

Gletscher Russels

Russelsgletscher am Point 66

Schlecht ging es heute los. Zwar standen wir alle pünktlich um 7 Uhr auf der Matte um die letzen Vorbereitungen für den Flug zu treffen, wenn der Flieger dann aber einfach nicht starten will bringt das auch nicht viel. Zuerst wurden wir immer vertröstet das es in 1 Stunde los gehen wird und man nur noch darauf warte bis die Wolken über dem Camp sich auflösen. Leider war das nicht der Fall und bis kurz nach Mittag konnten wir uns alle schön im Aufenthaltsraum langweilen. Danach stand fest, dass heute keine Herkules mehr denn Schnee des Inlandeises berühren wird. Sichtlich enttäuscht hat sich die Gruppe aufgelöst und jeder ist seinen mehr oder weniger wichtigen Dingen nachgegangen. Persönlich hab ich das ganze mit Gelassenheit genommen und mir einfach einen schönen Tag gemacht.

Gleich nach dem phänomenalen Burger im Polar Bear Inn ging es mit dem Mountainbike einfach mal raus aus der Stadt. Ein bisschen abseits der Straße ließ ich es mir nicht nehmen einen kleinen Berg aufzusteigen. Landschaftlich ist hier nicht viel Abwechslung geboten und die Vegetation setzt sich hauptsächlich aus verschiedenen kleinen Sträuchern zusammen. Nicht desto trotz tat es nach all dem Rumgesitze gut sich ein bisschen zu bewegen. Da ich ja unbedingt das Fahrrad mit hoch nehmen musste hatte ich stark zu kämpfen um nicht vom Gipfel geweht zu werden. Aber die Abfahrt war es auf jeden Fall wert.

Um 3 hatte sich eine kleine Gruppe für einen Ausflug zum Russels Gletscher zusammen gefunden. Wir haben uns die 3 alten Offroad Autos geschnappt und sind über die Schotterpisten dahin gerauscht. Ein absoluter Augenöffner sag ich euch. Nach knapp 45 Minuten Fahrt stand ich nun also mitten auf dem Gletscher umgeben von Millionen Tonnen von Eis. Bei dem Gedanken daran, dass hier das inländische Grönlandeis bis zu 3000 Kilometer weit reicht wurde mir wieder ganz anders um das Herz. Ein gutes Stück draußen im Eis konnte die einsame Stille sich voll entfalten und außer ein paar kleinen Wasserläufen, welche sich im Sommer unter dem Eis bilden, war kein Laut wahrzunehmen. Super.

Martin Leonhardt

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Seit knapp zwei Jahren erkundet er Amerika. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

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