Welche Nikon für Norwegen

Nikon D700 mit 50mm und Blitz

Nikon D700 mit 50mm und Blitz

Die Abende ziehen dahin und der Abfahrtstermin für den Nordkap Trip rückt immer näher. Es gibt doch noch die ein oder andere Kleinigkeit zu organisieren und Langeweile ist gerade ein Fremdwort für mich. Da ich noch auf wichtige Teile für die KTM 690 warte und ohnehin nicht weiter schrauben kann, hab ich mir heute Abend einmal die Mühe gemacht meine Kameratasche zu packen. Die Zeit für die Reisevorbereitung will schließlich sinnvoll genutzt werden!

Ich breite also mein ganzes Arsenal von Objektiven und Kameras vor mir aus, um erst einmal eine Übersicht zu bekommen. Meine Güte, da ist in den letzten beiden Jahren ja ganz schön was zusammen gekommen. Hab ich doch glatt die Übersicht verloren! Einige der Gläser hatte ich schon lange nicht mehr in der Hand und eine Generalreinigung scheint angebracht. Überhaupt hab ich mich die letzte Zeit wenig um die Fotografie gekümmert. Aber das soll ja bald wieder anders werden. Schön ist es allemal die Ausrüstung wie Soldaten aufgestellt vor sich zu sehen. Sicherlich werden nicht alle mit auf Reise gehen.

 

Fotorasche unorganisiert

Fotorasche unorganisiert

 

Das Problem: Platz und Gewicht. Von beidem hab ich auf dem Motorrad nur wenig zur Verfügung. Mein Ziel ist es so wenig Gewicht wie möglich auf zu laden. Was die Kameraausrüstung angeht hab ich gelernt mich nur auf das Wesentliche zu konzentrieren. Trotzdem ist die Fotografie ein wichtiger Bestandteil meiner Reisen und deswegen räume ich der Ausrüstung etwas mehr Platz ein. Eine kleine Fronttasche, speziell für die 690er zugeschnitten, sollte genug Platz für ein nettes Setup geben. Von früheren Trips hab ich gelernt, dass eine Kamera im Gepäckkoffer zwar sicher aufbewahrt ist, wenn man sie braucht ist sie allerdings nicht greifbar. Dann kann man auch gleich alles Zuhause lassen. Nun gut – die Auswahl beginnt.

Durch meine Arktisexpeditionen konnte ich schon viele Erfahrungen mit meinen Nikons bei eisigen Temperaturen sammeln. Bei  -30° hab ich erst diese Sommersaison wieder hunderte von Bildern geschossen. Beide meiner Kameras, die D90 und D700, sind also ausgiebig kälteerprobt. Wobei die leichtere DX-Format D90 in dem Punkt der Vollformatkamera überlegen ist. Dies liegt wohl hauptsächlich an dem Kunststoffgehäuse, welches bei kalten Temperaturen wesentlich weniger abkühlt als das Magnesium Gehäuse des großen Bruders. Für diese war es Ende der letzten Expedition wohl doch zu viel und ich fand mich wieder im Postamt um die Ecke, um das gute Stück zum Service zu schicken. Da war nichts mehr zu machen.

 

D90 mit Festbrennweite Nikkor 35mm/1.8

D90 mit Festbrennweite Nikkor 35mm/1.8

 

Ich will also aus meinen Fehlern lernen und die D700 dieses Mal etwas pfleglicher behandeln. Denn auf den Vorteil, des weit niedrigeren Rauschens bei hohen ISO Werten, will ich auf diesem Trip nicht verzichten. Ich bereise die Arktis bei Nacht und werde wohl hauptsächlich bei düsteren Lichtbedingungen nach Motiven suchen. Diese Stärke bringt die Kamera ganz oben auf meine Liste – „Auf jeden Fall einpacken“.

Das ganze wird noch mit einer wahren Traumlinse, der Nikon AF-S Zoom-Nikkor 24-70mm, aufgewertet. Die Ablichtleistung ist wirklich wunderschön. Mittlerweile meine absolute Standardlinse für fast alle Situationen. Um noch eins drauf zu setzen, was die Lichtstärke angeht, kommt eine kleine Festbrennweite, das Nikon AF-S Nikkor 50mm, auch noch mit in das Gepäck. Ich freu mich schon auf die Polarlichter.

 

D700 mit Nikkor Standardlinse

D700 mit Nikkor Standardlinse

 

Die D90 darf auch mit auf Tour. Zum einen dient sie als Ersatzgehäuse, zum anderen kann ich deren integrierte Videofunktion sicherlich für den einen oder anderen Moment gut einsetzen. Als Standardlinse bleibt dafür ebenfalls ein leichte Nikon AF-S DX Nikkor 35mm Festbrennweite aufgeschraubt. Durch den DX Chip entspricht die Brennweite genau dem 50mm auf der D700 und somit decke ich den Bereich doppelt ab. Unsinn? Ich denke nicht. Ein Objektivwechsel bei arktischen Temperaturen ist nicht immer angenehm. Die Linsen wiegen beide fast nichts und die ganze Haptik wird deutlich vereinfacht. Videos mit der Kleinen und Bilder mit der Großen. Immer Griffbereit direkt aus der Tasche, so stelle ich mir das vor.

 

Sigma Weitwinkel auf D90

Sigma Weitwinkel auf D90

 

Als kleines Schmankerl oben drauf, da ja noch Platz in der Tasche ist, packe ich noch ein Weitwinkelobjektiv von Sigma ein. Das Sigma 10-20mm F3,5 EX DC HSM Objektiv. Eine klasse Linse welche mir immer extrem viel Spaß bringt. Sicherlich wird sie nur selten genutzt werden. Aber wenn ich Sie auspacke sind faszinierende Bilder eigentlich fast schon garantiert. Was den Kältetest angeht musste das Sigma auch schon herbe Rückschläge einstecken. 2-mal war das Glas schon nach Expeditionen in der Werkstatt. Aber aller guten Dinge sind es bekanntlich ja 3. Ich bin gespannt.

Mittlerweile fast schon ein Standard bei Motorradreisenden sind Helmkameras. Videos direkt aus der Helmperspektive sind einfach immer beeindruckend. Das will ich mir auch nicht entgehen lassen. Zumal die Straßen auf dem Weg bis zum Nordkap sicherlich abenteuerlicher sein werden als alles was ich zuvor unter die Reifen bekommen habe. Die GoPro kommt mit einem extremen 5mm Weitwinkel Objektiv daher. Das verleiht den Filmen einen gewissen Speed Effekt. Getestet wurde auch diese kleine Kamera bei spannenden Skidoofahrten im Inlandeis Grönlands. Einfach nur klasse was das winzige Ding alles kann. Nur auf die Akkus muss man achten. Diese mögen Kälte überhaupt nicht und verweigern schon mal nach kurzem ihren Dienst.

 

GoPro HD2

GoPro HD2

 

Zuhause bleiben sämtliche Telezoom Objektive. Unter anderem ein Nikon AF D 80-200/2,8 ED. Spitze im Telebereich wiegt es aber auch extrem viel. Mit fast 2 Kilo ist eine gewisse Grenze schlichtweg überschritten. Diesmal nicht, wenn es auch schmerzt.

Dafür packe ich noch einen Blitzgerät Nikon SB_700 mit ein. Grund hierfür sind einmal mehr die Lichtbedingungen welche Polarnächte mit sich bringen. Vielleicht gelingt mir damit ja der ein oder andere Schuss. Ich sehe schon überlichtete Bilder von Schneeflocken vor mir. Nun ja – aber es muss ja nicht immer schneien. Als Stativ kommt ein Gitzo zum Einsatz.

Ist die Fotografie im Winter sicherlich schon so eine Herausforderung. Während der Nacht, keine Frage. Durchgefroren nach hunderten Kilometern auf einer Enduro noch ans fotografieren zu denken? Irgendwie graut mir fast davor.

Aber was macht man nicht alles!

Martin

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Seit knapp zwei Jahren erkundet er Amerika. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

3 Kommentare

  1. hey,

    das hört sich ja ganz schön professionell an! Wünsch dir auf jeden Fall viel Spaß auf der Tour.
    Dein Blog ist echt immer wieder ganz cool zu lesen!

    cu Thomas

  2. Ich zittere mit dir – und kann absolut verstehen dass du dir so Gedanken um deine Ausrüstung machst! Ging mir bei der Trekkingtour durch die Rockies demletzt sehr ähnlich. ;) Allerdings ist das nicht zu vergleichen mit arktischen Temperaturen und Schnee…

    Freu mich auf die Bilder und Berichte! Wünsch dir viel Spaß, eine gute Reise ohne Probleme und natürlich gute Fotomöglichkeiten! ;) Ich krieg schon Gänsehaut wenn ich an Polarlichter denk!

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