Kameraversicherung – meine Erfahrung

Kamera rechts im Bild

Kamera rechts im Bild

Aus aktuellem Anlass will ich euch einmal über meine Erfahrung mit meiner Kameraversicherung berichten. Dem ein oder anderen ist sicherlich nicht entgangen, dass ich viel Wert auf meine Fotografien lege. Über die Jahre ist meine Ausrüstung deutlich gewachsen und den Großteil schleppe ich auch während meiner Weltreise mit mir herum. „Gut Glas ist teuer“, hat mir mal eine Naturfotograf gesagt. Dem ist ganz gewiss so! Genau deswegen hatte ich vor meiner Reise eine Fotoversicherung abgeschlossen.

Ärgerlich ist es allemal, wenn z.B. die teure Nikon D7100 abhanden kommt oder sonstwie beschädigt wird. Je nachdem in welchem Land man sich gerade aufhält, kann es sich schwierig gestalten überhaupt an ein Ersatzgerät heran zu kommen. Einmal abgesehen von einigen Billigshoppingländern für Elektronik (Japan, USA), sind die Preise auch meist höher als in Deutschland. Eine gewisse finanzielle Absicherung macht einen eventuellen Schaden also weitaus erträglicher.

 

Über den genauen Schadensfall will ich weiter unten berichten. Es handelt sich um die Kameraversicherung der Pergande und Pöthe GmbH. Viele Alternativen gibt es nicht. Nach kurzer Recherche hatte ich mich für diese entschieden. Um die Kosten hierfür gering zu halten, habe ich nur die für mich wichtigsten Kameras und Objektive versichert. Hier mal die Eckpunkte der Versicherung. 1:1 abgeschrieben von der Homepage von P&P…

 

Anmerkung: Ich bin ganz normal zahlender Kunde bei der Versicherungsgesellschaft und schreibe hier über meine Erfahrung, ohne irgendwelchen finanziellen Nutzen oder sonstige Unterstützung.

 

Kameraversicherung

Die FOTO-AS­Seku­ranz ist speziell auf die Bedürfnisse der Hobby- und Berufs­fo­tografen zugeschnit­ten und bi­etet Ihnen zu einem sehr günsti­gen Beitrag Ver­sicherungss­chutz weltweit und rund um die Uhr.

 

Versicherte Sachen:

Fotoapparate, Videokameras und Zubehör wie Objektive etc.

 

Jahresbeiträge:

2,75 % des Neuwertes (Brutto-Kaufpreis) bei einer Selbstbeteiligung von EUR 50,00 je Schadenfall.
2,00 % des Neuwertes (Brutto-Kaufpreis) bei einer Selbstbeteiligung von EUR 250,00 je Schadenfall.

 

Mindestprämie:

EUR 50,00 zzgl. Ratenzahlungszuschlag und Versicherungssteuer

 

Preisbeispiel:

Für eine Kameraausrüstung im Wert von EUR 2.500,00 beträgt die Jahresprämie nur EUR 50,00 plus Steuer.

 

Ihre Vorteile im Überblick:

  • weltweiter Versicherungsschutz
  • Versicherungsschutz gegen alle unvorhersehbaren Gefahren
  • Schutz während des Gebrauchs, beim Transport und der Aufbewahrung
  • Sehr günstiger Preis für einen umfassenden Versicherungsschutz
  • Versicherungsschutz gegen Verschrammen und Verkratzen von Linsen
  • Automatische Vorsorge für Neuanschaffungen bis EUR 3.000,00
  • Bis zu einem Gesamtbetrag von EUR 300,00 besteht automatisch beitragsfreier Versicherungsschutz auch für nicht im Antrag genanntes fotografisches Zubehör“

 

 

GoPro 3x

GoPro 3x

Aber was genau ist nun eigentlich passiert?

So schön klein die Kameras auf dem Bild auch sind, so schön schnell kann man diese auch verlieren. Genau dies ist mir nun schon zweimal passiert. Meine erste GoPro Hero 3 hatte sich in Argentinien von mir verabschiedet. Ehrlich gesagt ist mir noch immer unklar, ob sie mir entwendet wurde, oder aus meiner Fototasche gefallen ist. So oder so – die erste Kamera war nicht versichert. 350€ weg und mit ihr ein paar tolle Aufnahmen die ich während der Fahrt durch die Sierra de Cordoba gemacht hatte. Unersetzliche Fotografien die mir sicherlich dutzende Preise eingebracht hätten. Somit -> Kamera weg, Geld weg, keine Preise! Scherz beiseite – es war doch ein ziemlich schmerzlicher Verlust. In Argentinien bekommt man die Kamera billigstens für 700€. Ja – das zieht einem die Augen auf. Also war von dem Moment an erst mal Schluss mit all der Actionfotografie.

Einen Monat später. Da ich meine GoPro im Salar de Uyuni (Bolivien) schmerzlich vermisst hatte, war es Zeit für eine Neuanschaffung. Shoppen in Peru. Die Preise sind ganz human. Für etwas mehr als den europäischen Preis findet die GoPro Hero 3+ den Weg in meinen Tankrucksack. Ich nehme mir fest vor die Kamera dieses Mal zu versichern. „Sobald ich gutes Internet habe!“, dachte ich mir. Tja – mit dem „guten Internet“ ist es so eine Sache in Bolivien. Drei Wochen später ist die Kamera noch immer nicht versichert. Drei Wochen später greife ich nach einer Aufnahme in meine Jackentasche. Drei Wochen später stelle ich fest, dass ich schon wieder eine Kamera verloren habe. „Zefix – das gibt es doch nicht!“ Was kann man sich doch schön über seine eigene Dummheit ärgern. Fast zwei Tage suche ich zusammen mit meinem Reisepartner, Pablo, nach dem guten Stück. Nichts zu machen!

Einen Abend später lese ich im Hotel die Versicherungsbedingungen noch einmal durch. Da war doch was! „Automatische Vorsorge für Neuanschaffungen bis EUR 3.000,00„. Hmmm – „bis zu 4Wochen“ – das müsste doch eigentlich ein Versicherungsfall sein. Am nächsten Tag stelle ich alle benötigten Unterlagen zusammen und reiche sie via Email ein. Drei Tage später erhalte ich auch schon eine Antwort von P&P. Eine polizeiliche Verlustanzeige fehle noch. Gut! In Potosi begebe ich mich also zur Polizeistation, um Anzeige zu stellen. Der Spaß kostete mich 1€ und bescherte mir den ein oder anderen tieferen Einblick in ein bolivianisches Polizeipräsidium. Wieder reiche ich das Dokument ein. Ohne weitere Kommunikation verbucht mein Konto eine Woche später ein Plus von 300€. Super!

Nun hab ich noch immer keine Actionkamera, aber der finanzielle Schaden ist zumindest ausgeglichen. Ich gehe nun einmal davon aus, dass die Abwicklung bei einem größeren Schadensfall genau so gut gewesen wäre.

 

Wo niemand ist

Wo niemand ist

Fazit:

Eine Kameraversicherung ist sicherlich nicht günstig. Gerade für sehr aktive Fotografen macht sie aber sicherlich Sinn. Wer viel auf Reise ist sollte sich vielleicht schon einmal Zeit nehmen darüber nach zu denken. Über die Jahre häufen sich natürlich die Prämien. Für Gelegenheitsfotografen rechnet sich eine Versicherung deswegen meist nicht. Eventuell ist die Ausrüstung ja auch schon mit einer anderen Versicherung abgedeckt.

Nach der wirklich reibungslosen Abwicklung, kann ich die P&P Versicherung nur empfehlen. Ich habe den Tarif mit der 50€ Selbstbeteiligung gewählt.

Die Verstragsbedingungen, insbesondere im Falle eines Diebstahls, sollte man sich allerdings genau durchlesen. Für Motorradfahrer interessant! Im abschließbaren Koffer ist die Ausrüstung im Rahmen der Bedingungen versichert.

 

 

Na dann – Tschau Martin

 

Noch mehr Fotozeugs

 

Gesamtbewertung

Kosten 8
Abwicklung Schadensfall 10
Transparenz 8
Gesamt
8.7 Great!

Pro und Kontra

Abwicklung Schadensfall
Änderung Versicherungsgegenstände
Kein Zeitwert
Kosten
Selbstbeteiligung
Martin

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Seit knapp zwei Jahren erkundet er Amerika. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

5 Kommentare

  1. Ich kann diese Erfahrung leider nicht bestätigen. Habe Kamera Equipment für über 5000 Euro versichert und jetzt nach 1,5 Jahren den ersten Schadensfall bei einem der günstigen Objektive. Dieser wurde abgelehnt, da „der Schaden auf einem Flug passiert“ ist.

    Die P&P Foto Assekuranz Versicherung ist für mich also ein klares no-go und wie so viele andere Versicherungen auch einfach nur Geldmacherei. Habe ich jetzt gekündigt.

    • Hey – danke für deinen Beitrag zu deinen Erfahrungen. Ich hatte vor kurzem erst den zweiten Versicherungsfall (Milch über Computertastatur) und hatte wieder alles einwandfrei geklappt. Das die Gegenstände während eines Fluges nicht versichert sind wusste ich nicht.

      Ich bin auch am überlegen meinen Vertrag zu kündigen. Das hat aber nichts mit P&P zu tun, sondern mehr mit der Tatsache, dass meine Ausrüstung eigentlich fast nicht mehr Versicherungswert ist…

      Schönen Gruß aus Peru

    • Ihr Aussage ist irreführend, da man daraus ableitet, dass die Ausrüstung generell bei einem Flug nicht versichert sind. Tatsächlich ist es aber so, dass die Flüge nur als aufgegebenes Gepäck nicht versichert sind. Für mich logisch, daher würde ich auch nie meine teure Ausrüstung in den Koffer packen sondern nehme das immer mit ins Handgepäck. Das gilt für alle Wertgegenstände. Oder packen Sie ihren Geldbeutel auch in den Koffer?

      Konkreter Wortlaut aus dem Vertrag: „Schäden die Eintreten während sich versicherte Sachen als aufgegebenes Reisegepäck im Gewahrsam einer Fluggesellschaft befinden“

      Daher vorher mal die Bedingungen studieren, anstatt hinterher sich zu ärgern.

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