Foto Datensicherung auf Reisen

Foto Datensicherung auf Reisen

Foto Datensicherung auf Reisen

“Digital wird alles besser und einfacher”. Ob dem wirklich so ist, daran kann mitunter schon mal gezweifelt werden. Bei dem Aufwand denn ich momentan betreibe, um meine so sehr geliebten Reisefotografien und Videos auch zuverlässig zu speichern, frag ich mich schon ob das alles noch normal ist. Früher wurden einfach zwei Dutzent Filmrollen in die Tasche gepackt, fotografiert und die vollen Filme irgendwo in den Tiefen des Reiserucksacks verstaut. Daheim angekommen einmal entwickelt war es das auch meistens. Datensicherung? Kopie? Nö – alles Fehlanzeige. Irgendwie hatte man doch mehr Zeit fürs Wesentliche.

Nun will ich aber nicht den alten Zeiten hinterher flennen, zumal ich analog auch nicht so aktiv war. Also zurück zum modernen Zeitalter.

 

Wohin mit den digitalen Daten auf Reisen?

 

Die Situation:

Weltreise – soll bedeuten, wir sprechen hier von einer laaaaangen Reise. Vielleicht über mehrere Jahre. Somit gibt es kein festes Zuhause mehr. Dies wiederum bedeutet, dass auch kein Heimrechner mit üpigem Datenspeicher und all den Möglichkeiten der Datensicherung zur Verfügung steht. Das digitale Fotostudio muss also mobil sein. Ganz nebenbei auch noch kompakt, da auf meinem Motorrad das Packvolumen begrenzt ist. Des weiteren sollte die Ausrüstung auch schon was einstecken können. Die Mitfahrt im Motorradkoffer kann sich mitunter ziemlich ermüdend auf das Equipment auswirken. Viel Speicherplatz ist wichtig! Gerade wenn man auch noch mit Zeitraffern oder Filmen arbeitet. Zwei Sachen die vielleicht auch für mich noch sehr interessant werden können.

 

Die Lösung:

D7100 Speicherkarten

D7100 Speicherkarten

 

Fangen wir mal ganz vorne an. Die Kameras: Mit auf Reise geht eine Nikon D7100 und eine Nikon D5100. Seit einiger Zeit verwende ich nur noch Speicherkarten mit 32GB. Am liebsten die Samsung SDHC Pro Karten. Diese haben sich als äußerst robust erwiesen. Meiner Meinung nach viel besser als die Extreme Karten von ScanDisk. Mitunter sind diese auch noch billiger. Nun gut – 32 GB, genug Platz für z.B. 600 Bilder im RAW Format bei der D7100. Wer beide Speicherschächte nutzt sogar doppelt soviel. Für gewöhnlich nutze ich bei dieser Kamera einen Schacht für Bilder und den anderen für Videoaufnahmen. Wer es ganz genau mit der Datensicherung meint könnte hier auch schon doppelt, auf zwei Karten sichern. Bei der hohen Zuverlässigkeit der Speicherkarten halte ich das aber nicht unbedingt für nötig. Bei der kleineren Zweitkamera, der D5100, stellt sich diese Frage ja ohnehin nicht. Wegen der geringeren Pixeldichte ist hier Platz für 1300 RAW-Bilder.

Weiter gehts ins digitale Fotostudio. Dafür hab ich für die Reise etwas tiefer in die Tasche gegriffen und mir einen neuen Mac Book Pro 13″ Retina geholt. Den schon schmerzhaften Preis von 2000€ muss man als Hobbyfotograf auch erstmal verdauen. Aber dafür gibt es dann einen robusten Rechner mit genügend Leistung (3Ghz/8GB) und Festplattenvolumen (512 GB). Lightroom 5 läuft darauf sehr geschmeidig. Inklusive einer Tasche und Zubehör wiegt der Rechner keine zwei Kilogramm und passt hervorragend mit in den Motorradkoffer.

 

Mac und Nikon

Mac und Nikon

 

Sind die Bilder erst einmal in den mobilen Lightroom Katalog geladen, wird der ganze Fotomüll aussortiert. Das hält die Datenmenge klein und spart einem viel Arbeit. Effizientes Löschen ist ohnehin eine Kunst die man als Fotograf erstmal lernen muss. Mittlerweile fahr ich die Devise.

 

Lieber einmal mehr löschen als zu wenig und im Zweifelsfall immer löschen!

 

Die Festplatte des Rechners sehe ich als Arbeitsfestplatte. Für gewöhnlich lasse ich meine Bilder einige Zeit dort liegen. Spätestens wenn der Platz wieder eng wird, die schönsten Bilder entwickelt und aussortiert sind, muss  ausgelagert werden. Geht nebenbei bemerkt ganz einfach direkt in Lightroom.

Und schon sind wir bei den externen Festplatten. Davon hat es dieses mal drei Stück. Bewährt haben sich für mich die Platten von Lacie mit jeweils 1 TB Speicherplatz. Zwei der Platten werden gespiegelt und getrennt aufbewahrt. Für Fotos im RAW/NEF Format wäre auf einer Festplatte Platz für mehr als 18000 Fotografien. Eine enorme Anzahl. Wem Lightroom geläufig ist dem sagt auch sicherlich das DNG Dateiformat was. Durch eine verlustfreie oder verlustbehaftete Kompression könnte man hier auch noch etwas mehr Platz schaffen.

Man könnte meinen das sei doch eigentlich genug! Die Speicherplatztheorie kippt aber ziemlich schnell sobald man, wie oben angemerkt, auch noch mit Videodateien hantiert. Wo also hin mit all den Daten auf Reisen? Wäre doch toll die wertvollen “Kunstwerke” sicher zu wissen.

 

Lacie

Lacie

 

Auf vergangenen Reisen hatte ich schon versucht Bilder auf CD’s oder Speicherkarten in die Heimat zu schicken. Auch eine Festplatte liese sich theoretisch noch leicht verschicken. Einmal bei den Eltern im sicheren Schrank sollte eigentlich dann nichts mehr passieren. In der Praxis stellt sich das aber mitunter als sehr unpraktisch heraus. Mehrmals wurde ich schon von Postämtern zurückgewiesen. “Keine Datenträger”. In Argentinien musste ich anno dazumal sogar eine CD abspielen, um die ach so gefährlichen Daten zu zeigen. Mag sein, dass sich hier einiges geändert hat in den letzten Jahren. Nervig ist es aber auf jeden Fall.

Um dem Ganzen aus dem Weg zu gehen, hab ich mir einen kleinen Synology DS413j NAS Server in den Keller gestellt. Insgesamt werkeln in dem kleinen Rechner 4x3TB Festplatten. Da als Raid System konfiguriert stehen mir davon 9 Terabyte zur Verfügung. 9 TB auf die ich auch via Internet Zugriff habe. Mit einer vernünftigen Internetanbindung kann ich also von Zeit zu Zeit meine Dateien digital nach Hause befördern. Ein weiterer Vorteil ist, dass mir alle Dateien auch von unterwegs noch zur Verfügung stehen. Das ganze System steht und fällt natürlich mit einer schnellen Übertragungsrate. Aber das wird die Erfahrung zeigen. Alle 2-3 Monate wird sich schon was Vernünftiges finden.

 

Synology

Synology

 

Zusätzlich zu all der Hardware wird der NAS Server noch über ein online Backup gesichert. Crashplan bietet hier für verhältnismäßig wenig Geld unbegrenzte Backupprogramme an. Ich hab mich für den vier Jahres Crashplan+ Unlimited entschieden. Welcher einmalig mit 135€ zu Buche fällt.

 

Unterm Strich:

So hab ich mir das also ausgedacht!

Die Zeit auf Reise wird zeigen ob sich das System bewährt. Nach Sichtung der Bilder und aussortieren der “Highlights” sind meine Daten also auf mindestens drei Hardwaregeräte weltweit verteilt gespeichert.

Um Alles zu verlieren müsste mein Motorrad geklaut werden, die Taschen geplündert werde, mein Elternhaus abbrennen und die Server vom Onlinebackup abrauchen. Das am besten noch alles gleichzeitig! Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist verschwindend gering und nicht wünschenswert.

Und falls doch alles in einer Katastrophe endet – egal! Früher war es nur ein Film und das entwickelte Foto…

 

Dann freut man sich über das was übrig bleibt!

 

Euer @MartinLeonhardt

 


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Martin Leonhardt

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Seit knapp zwei Jahren erkundet er Amerika. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

2 Kommentare

  1. Wenn das passiert…
    “Um Alles zu verlieren müsste mein Motorrad geklaut werden, die Taschen geplündert werde, mein Elternhaus abbrennen und die Server vom Onlinebackup abrauchen. Das am besten noch alles gleichzeitig! Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist verschwindend gering und nicht wünschenswert.”
    hast du so viel Pech, dass du mit Sicherheit 120 Jahre alt wirst. Kann ja dann nichts mehr passieren. ;-)
    Solltest Du noch Speicherplatz brauchen oder noch eine Rückversicherung, melde Dich.

  2. Hallo Martin,
    das ist ja Wahnsinn! Aber ich glaub’ ich würd’s nicht viel anderes machen, wenn ich so lange unterwegs wäre. Die Daten sind ja schließlich Kapital – oder können es zumindest sein. Je nachdem wie man es betrachtet oder was man damit vor hat.

    Lediglich bei der Übertragung auf’s NAS bin ich etwas skeptisch. Ob das so und in den Mengen funktioniert? Oder wenn man mal nen Knopf am NAS drücken muss oder das Ding neu starten oder Stromausfall war und es nicht mehr richtig hoch fährt? Puuh … Da bin ich wirklich sehr auf deinen Bericht gespannt. Den Crashplan würd’ ich glaube ich gleich auf dem Notebook und den Platten laufen lassen – ohne Umweg auf das NAS – oder beides mit Crashplan absichern. ;-)

    1 TB Speicher klang für mich erst eine bisschen wenig, aber wenn man konsequent löscht (ich kann das ja noch nicht so gut), glaub’ ich, reicht das für eine ziemlich lange Zeit.

    Ich bin jedenfalls gespannt, wie es weiter geht und werd’ in nächster Zeit öfters mal hier vorbei schauen.

    Viele Grüße
    Christian

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