DSLR Kamerasensor reinigen. Ganz einfach, selber und günstig.

Heute war einmal Wartung meiner beiden Nikon Kameras angesagt. Nach mehr als 2.5 Jahren auf Weltreise hatte sich auf den Sensoren doch so einiger Schmutz angesetzt. Sicherlich war da auch noch der ein oder andere Staubkrümel aus der Atacama-Wüste, Brasilien oder Venezuela mit drin. Da ich mit den Servicestationen in Südamerika nicht die sonderlich beste Erfahrungen gemacht habe, wollte ich mich selber an der Reinigung versuchen. Deswegen hatte ich mir vor kurzem das ziemlich günstige Sensor Reinigungsset (Noname) mit nach Peru bringen lassen.  Am Sensor der Digitalkamera zu arbeiten kommt ja irgendwie einer kleinen Herzoperation gleich. Aber so wirklich schlimm ist es nicht und ich war am Ende erstaunt, wie einfach, günstig und effektiv das vonstatten geht.

Sensorreinigung

Sensorreinigung mit Noname Stick

 

Der Reinigungsstick wird zusammen mit einen Block von Klebefolien, einer Schutzkappe und einer Anleitung auf Chinesisch und Englisch geliefert. Der Stick selber ist in einem Aluminiumbeutel eingeschweißt und befindet sich in einer schlichten weißen Schachtel. Für knapp 15€ scheint mir das OK.

 

Die Vorbereitung:

Bevor es los ging hatte ich ein Testfoto mit meinem aufgesetzten Nikkor 35mm/f2.8 gegen eine weiße Wand aufgenommen. Ihr könnt auch ein anderes Objektiv verwenden, wichtig ist nur die Blende komplett zu schließen. Plusminus f/22 tut seinen Dienst. Den Fokus wird gegen unendlich gestellt, also so als ob ihr auf ein Objekt direkt vor eurer Nasse fokussieren würdet. Bei der Aufnahme kann gerne mit der Kamera gewackelt werden, um den Hintergrund zu verwischen. Ich hatte bei meinen Testaufnahmen eine Belichtungszeit von 1,3 Sekunden eingestellt. Danach wurden die Bilder in Lightroom importiert und mit Hilfe der Schwarz- und Weißregler der Kontrast erhöht. Danach waren die Verunreinigungen wessentlich besser zu sehen. Hier mal die Bilder VOR und NACH der Reinigung. Man sieht doch deutlich den Unterschied.

 

 

Die Reinigung:

Der Akku der Kamera muss vollständig geladen sein. Über das Menü der Kamera kann der Spiegel nach oben geklappt werden. Bei meiner Nikon D7100 befindet sich das im Systemmenü -> Inspektion/Reinigung. Vorher kann man sich schon den Block mit den Klebefolien und den Stick bereit legen. Durch abziehen der obersten Klebefolie hat man eine komplett neue Seite für die Reinigung parat. Wichtig ist es den Stick NICHT unten am Tupfer mit den Fingern zu berühren. Den Stick setzte ich zuerst auf die Folie auf, um eventuelle Verunreinigungen zu beseitigen. Beim neu ausgepackten Produkt ist das wohl nicht nötig, aber man kann das Set ja öfters benutzen.

Der Stick wird ohne Kraftaufwand auf den Sensor gebracht. Auf KEINEN FALL sollte in irgend einer Form gewischt oder über den Sensor gefahren werden. Der Kopf des Sticks saugt sich regelrecht auf die glatte Oberfläche des Sensors fest. Nach 1-2 Sekunden zieht man den Stick vorsichtig ab und reinigt ihn mit den Folien. Und so geht es im Rastersystem weiter, bis der ganze Sensor abgedeckt ist und auf der Klebefolie immer ein neuer, sauberer Spot verwendet wurde. Für den kleineren DX-Sensor sind insgesamt 6 “Tupfungen” (neues Wort) ausreichend. Zur Kontrolle kann wieder, wie oben schon beschrieben, ein Testfoto geschossen werden. Danach kann man den Vorgang gezielt wiederholen. Das Bild ist zum Sensor umgekehrt. D.h. Wenn ihr einen Fleck oben im Bild seht müsst ihr beim Sensor unten nachtupfen. Kommt natürlich auch darauf an wie ihr eure Kamera vor euch liegen habt. Das könnt ihr ja mal im Gedanken durchspielen.

 

Sensorreinigung

Sensor und Stick

Sensorreinigung

Tupfer und Block mit Klebefolien

 

Nach der Arbeit kann der Tupfer mit der kleinen Plastikkappe geschützt im Karton aufbewahrt werden. Ich hatte den Prozess bei der D7100 insgesamt drei Mal wiederholt und jeweils eine Klebefolie verwendet. Bei der D5100 war ein Durchgang ausreichend. Einige hartnäckige Flecken sind noch zurück geblieben, aber im Vergleich zu vorher ist schon eine deutliche Verbesserung zu sehen.

 

Fazit:

Ich muss wirklich sagen, dass ich von der Vorgehensweise begeistert bin. In knapp 10 Minuten hatte ich meine beiden Kameras sicher und einfach gereinigt. Grobe Verschmutzungen zu beseitigen ist wohl noch immer den Servicetechnikern vorbehalten. Aber damit kann ich leben. Der kleine Karton findet auf jeden Fall noch einen sicheren Platz in meinem Reisegepäck und somit muss die nächste Reinigung keine zwei Jahre auf sich warten lassen.

Den Reinigungsstift gibt es noch von anderen Herstellern. Diese sind dann wohl etwas schöner verpackt und kommen mit einer besseren Anleitung daher. Jene sind auch um einiges teurer. Preise jenseits von 50€ halte ich aber schon stark übertrieben. Hier muss wohl jeder für sich selber entscheiden. So oder so ist diese Vorgehensweise um einiges günstiger als die Kamera zum Service zu bringen. Da ich die besseren Produkte nicht kenne, verweise ich hier einmal gerne auf den Artikel von Gunther, welcher darüber auch schon ausführlich geschrieben hatte.

Hier noch einmal der Link zum Produkt (Affiliate): Sensor Reinigungsset (Noname)

Ich hoffe das hilft euch weiter.

 

Schönen Gruß aus Peru – Euer @Martin Leonhardt

 


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Martin Leonhardt

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Seit knapp zwei Jahren erkundet er Amerika. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

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