Das beste Reisestativ – Feisol, Manfrotto, Gitzo – eigentlich egal

Kamera Lascar

Martin mit Feisol CT-3441 auf Vulkan Lascar – Chile

 

Mal wieder was zur Fototechnik. Wunderbar! Manchmal kommt die Frage auf, welches Stativ den für eine anspruchsvolle Reise das Beste ist? Wenn ich mir über einen Ausrüstungsgegenstand am wenigsten Gedanken mache, dann ist es wohl mein Kamerastativ. Das mag daran liegen, dass an solch einem Stativ nicht viel kaputt gehen kann und ich somit kaum Sorgen damit habe. Ich habe ein Feisol CT-3441 mit einem CB-40D Kugelkopf. Vergleichbare Stative gibt es auch von anderen Herstellern. Die bekanntesten sind da wohl Manfrotto und Gitzo. Preislich kann man insbesondere beim letzten Hersteller leicht über die 1000 Euro kommen. Somit stellt sich die Frage, ob eine Anschaffung eines teuren Statives, sagen wir in der Preisspanne von 500€ bis 1600€, wirklich ihren Wert hat?

Meine Meinung dazu ist eindeutig JA… Warum, fragt sich der ein oder andere? Es gibt schließlich auch schon für unter 50 Euro vielversprechende Dreibeiner. Beim Stativkauf kann man eigentlich nur eines falsch machen, nämlich zu günstig einkaufen. Ich hatte mich vor Jahren intensiv mit dem Thema beschäftigt, bevor ich mich für den konkreten Kauf entschlossen hatte. Im Gegensatz zu einem Kameragehäuse z.B. kann man ein Stativ für viele Jahre verwenden und bei guter Behandlung hat man es eventuell sogar für ein Leben. Mein Feisol trage ich nun schon seit mehr als acht Jahren um die Welt. Das Teil war schon in Afrika, in Skandinavien, der Antarktis, in Grönland und begleitet mich nun schon seit dreieinhalb Jahren hier in Lateinamerika. Als einziger Ausrüstungsgegenstand befindet sich das Feisol in seiner Tasche immer auf dem Motorrad, bekommt somit jede Hitze, Kälte und Regen mit. Das Stativ war schon auf Eis und im Salzwasser, wurde über spitze Felsküsten geschleift und findet ab und an auch schon einmal Platz an meinem Wanderrucksack, wenn ich einmal ohne Motorrad unterwegs bin.

 

Feisol im Einsatz

Feisol im Einsatz – Argentinien

Feisol im Einsatz

Feisol Reisestativ – immer zur Hand – Paraguay

 

Ein Stativ sollte leicht sein, aber dennoch genügend Stabilität bieten, um die Kamera inklusive dem schwersten Objektiv tragen zu können. Im meinem Fall sind das knapp 2.5 Kilogramm. Das Gewicht sollte man wirklich nicht unterschätzen. Dabei kommt es natürlich darauf an wie man auf Reise am meisten unterwegs ist. Wer ausschließlich mit dem Auto um die Welt fährt, für den spielt ein Kilogramm mehr oder weniger wohl keine große Rolle. Wer allerdings schon mal über Tage Wandern war oder vielleicht sogar einen Berg mit sammt seiner Kameraausrüstung erklommen hat weiß, dass jedes Gramm weniger auf dem Rücken eine wahre Erleichterung ist. Ist man zu schwer beladen nimmt es oft die Freude am eigentlichen Reisen. Stative gibt es gefertigt aus den unterschiedlichsten Materialien. Aluminium oder noch besser Carbon Stative sind wesentlich leichter und bieten ausreichend Stabilität. Das Gewicht sollte man wirklich nicht unterschätzen und sich schon vorher fragen, ob es wirklich einer dicken Vollformatkamera Bedarf, oder ob es eventuell auch was kleineres sein kann, was dann ganz automatisch zu weniger Packmasse führt und einem kleineren Stativ.

 

Feisol im Einsatz

Stativ in der Tasche auf Motorrad – gleicher Ort seit mehr als drei Jahren – Bolivien

Feisol im Einsatz

Reisestativ mit viel Auszugspotential – 5600m – Peru

 

Ich verwende mein Feisol eigentlich hauptsächlich für Nachtaufnahmen, zum Filmen und wenn ich mal eine dritte Hand brauche. Zum Beispiel Fahrtaufnahmen vom Motorrad. Das CT-3441 ist mein erstes und einziges Stativ das ich jemals gekauft habe und für mich somit das beste Reisestativ. Das es mein bestes Reisestativ ist, heißt aber noch lange nicht, dass dies auch für dich gilt. Du musst dir zuerst deine eigenen Gedanken darüber machen, was genau du benötigst und danach filtern sich die am Markt verfügbaren Ein-, Drei-, oder Vierbeiner (ja gibt es) schon raus. Also – Frage dich zuerst folgendes…

 

  1. Brauche ich überhaupt ein Stativ für meine Fotografie?

  2. Wie schwer ist meine Kamera + Objektiv und könnte ich hier eventuell noch Gewicht einsparen

  3. Wie will ich das Stativ transportieren? Muss es wirklich ultraleicht sein (teuer)?

  4. Wann und wo werde ich das Stativ einsetzen?

  5. Wie hoch muss das Stativ sein? Fotografierst du immer in niedrigen Positionen oder auch aus der „Vogelperspektive“?

  6. Reicht ein einfacher Kugelkopf, oder benötigst du zusätzliche Ausrüstung für z.B. Panorama- oder Zeitrafferaufnahmen?

  7. Erstellt du viele Langzeitaufnahmen oder eher nur Videos und Snapshots mit dem Stativ? Ist Stabilität das wichtigste Kriterium oder können hier Abstriche gemacht werden?

 

Am Ende bestimmt deine Art der Fotografie mit welchem Stativ du glücklich sein kannst. Kaufe einmal richtig und mit Bedacht und du wirst für viele Jahre zufrieden sein. Das wichtigste ist wirklich, dass dir das Stativ beim Transport nicht die Freude am Fotografieren nimmt. Ich benutze mein Stativ sicherlich für keine 2% meiner Aufnahmen. Manchmal ist es allerdings nötig und ich freue mich dann, wenn ich mich 100%ig darauf verlassen kann.

Euer Martin

 

 


Willst du keine Neuigkeit auf Freiheitenwelt verpassen oder weitere Insiderinformationen erhalten? Dann abonniere den Newsletter und die Beitragsbenachrichtigung. Du bist nur einen KLICK entfernt.

Freiheitenwelt gibt es auch auf Facebook, Google+, Twitter, YouTube und Instagram.


Martin

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Seit knapp zwei Jahren erkundet er Amerika. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

5 Kommentare

  1. Hallo Martin, danke für den Artikel. Ich bin auch gerade auf der Suche nach einem ordentlichen Reisestativ, da kommt das sehr passend.
    Von einem bekannten Reisefotografen wurde mir von einem Alustativ abgeraten, wenn man Langzeitbelichtungen am Wasser, insbesondere Salzwasser machen will. Carbon soll da weniger anfällig gegen Beschädigungen sein.

  2. Servus Martin,

    wie immer sehr Interessant und gut aufgedröselt auf was man achten sollte.
    Ich schwöre inzwischen auf Novoflex Stative (Die Variabilität durch die austauschbaren Stativbeine, es gibt sogar Wanderstöcke von Leki welche man verwenden kann macht dieses System besonders Interessant) und Kugelköpfe (man kann diese upsidedown montieren und hat dann automatisch eine nivellierbare Panoramafunktion)

    Gruß Tobi

  3. Sehr guter Artikel Martin!
    Deine Tipps sehe ich auch so. Ich verwende derzeit ein Gitzo GT0532 mit dem zentrischen Kugelkopf GH1382TQD hauptsächlich zum Filmen auf meinen Reisen und Bergtouren (Stativ: http://www.gitzo.de/mountaineer-stative, Kopf: http://www.gitzo.de/collection/83187.83193.0.0.0/Zentrische_Kugelk%26%23246%3Bpfe). Größe und Gewicht finde ich für meine Anwendung gerade noch akzeptabel, aber die Stabilität ist ein Wahnsinn. Das einzige Manko: Gitzo ist sau teuer…

    Grüße aus Wien,
    Lukas

Kommentar verfassen