Carinthia ECC Expedition Discover 1200 im Test

ECC Expedition Discover

ECC Expedition Discover Ausblick

 

So meine Lieben. Jetzt wird es so richtig warm. Für euch hab ich extra noch einmal den Carinthia ECC Expedition Discover 1200 Expeditionsschlafsack ausgepackt. Auch diesen hatte ich in Skandinavien dabei. Ich gehe auf einen gefrorenen See und mache es mir noch einmal in der Tüte gemütlich. Ein Nickerchen bei -10° – absolut kein Problem. Da wird es sogar noch viel zu warm. Aber ein Schlafsack für 750€! Muss das sein?

Ein Schlafsack kann Leben retten. Eventuell auch meines, wenn ich alleine in arktischen Gegenden unterwegs bin. Deswegen wollte ich keine Abstriche bei der Qualität machen. Für das Geld will Carinthia ja auch so einiges bieten. Allen voran entwickelte Carinthia für die ECC Schlafsäcke ein sogenanntes Dry-Insulation-System-Cover. Dieses soll dafür sorgen, dass über die Nacht aufgenommener Schweiß wieder leichter abgegeben werden kann. Um den Effekt zu unterstützen kann der Schlafsack umgestülpt werden und so schneller getrocknet werden. Gerade im Dauereinsatz soll der ECC also wärmer und trockener bleiben als andere Produkte. Aufgenommene Feuchtigkeit kann die Wärmeleistung eines jeden Daunenschlafsackt enorm reduzieren. Eine Kombination von Außenbox- und Trapez-Kammern auf der Vorder- und Rückseite soll eine exzellente Verteilung der Daunen garantieren.

FEATURES:

  • Temperatur Komfort: -27,3° Celsius (EN), -28° Celsius (Herstellerempf.)
  • Temperatur Komfort Limit: -37,8° Celsius (EN), -38° Celsius (Herstellerempf.)
  • Temperatur Extrem: -65,2° Celsius (EN), -55° Celsius (Herstellerempf.)
  • spezieller, dem Körper angepasster Schnitt
  • elastischer Kordelzug
  • mit RV verschließbarer Wärmekragen
  • lieferbar als Rechts- und Linksvariante
  • Innenseite herausnehmbar
  • verhältnismäßig kompakt und leicht

ERFAHRUNG:

Was war ich auf diesen Schlafsack gespannt. Nach monatelangen Nächten im Zelt, auf dem Hochplateou Grönlands, konnte ich schon so einige Zeit im Expeditionsschlafsack verbringen. Auf wissenschaftlichen Expeditionen bekommen wir selbstverständlich unsere Ausrüstung zur Verfügung gestellt. Bei dem Schlafsack handelt es sich dabei um eine Spezialanfertigung für die Polarforschung. Mit fast 3Kg Daunen ist dieser Sack gefüllt. Auch sonst hat er einige spezielle Eigenarten. Aber was am wichtigsten ist. Er ist wahnsinnig warm. Gemacht um arktische und antarktische Nächte zu überstehen. Kann ein “kommerziell” hergestellter Schlafsack da mithalten?

Mal abgesehen davon, dass ich noch keine Gelegenheit hatte den Carinthia mit auf Expedition zu nehmen kann ich aber nach der Wintermotorradtour durchaus ein positives Feedback geben. Wirklich gefordert war der Schlafsack nie. Selbst bei -22° war die Wärmeleistung leicht ausreichend. Gerade in Verbindung mit der Exped Downmat kann geruhsam geschlafen werden. Grenzen zeichnen sich bei nasskaltem Wetter auf. Wie bei anderen Daunenschlafsäcken auch, dämmt die sich ansammelnde Feuchtigkeit die Möglichkeiten doch deutlich ein. Das oben vorgestellte DIS Cover funktioniert aber wirklich gut. Man muss dem Schlafsack nur genügend Zeit geben um den “Schweiß” auch wieder frei geben zu können. Wirklich Top sind der kleine Packsack und das Gewicht. Der ECC ist sauber verarbeitet und fühlt sich sehr gut an. Im Kaputzenbereich gibt es mehrere Kordelzüge und Klettverschlüsse um den Sack dicht zu machen. Besonders praktisch und wärmend um den Hals ist die kleine integrierte Halskrause.

FAZIT:

Wer einen Expeditionsschlafsack  kaufen möchte hat sicherlich auch dementsprechende Reiseziele vor Augen und wird sich hinreichend Informieren. Das kann ich auch nur dringend empfehlen. Schlafsäcke welche in der gleichen Liga wie der ECC Expedition spielen gibt es nur wenige. Sicherlich ist er keine schlechte Wahl für anspruchsvolle Expeditionen in kalte Gegenden. Als die wohl wichtigste Ausrüstung sollte man sich schon wohlfühlen darin. Deswegen: Schaut euch um – schaut euch auch den ECC an. Falls er euch passt wird er sicherlich lange Wärme spenden.

 

 

Wenn euch der Schlafsack gefällt könnt Ihr diesen über diesen Link bestellen… (Ihr zahlt keinen Cent mehr unterstützt Freiheitenwelt aber ein klein wenig!) Tipp: Meldet euch bei Bergzeit an, dann wird es gleich noch etwas billiger!

 


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Gesamtbewertung

Qualität 9
Gemütlichkeit 9
Wärmeeigenschaften 10
Gesamt
9.3 Excellent!

Leserwertung

0/10
Gib deine Meinung ab Anzahl Meinungen: 6 Stimmen

Pro und Kontra

Verarbeitung
Gewicht
Wärme
Packmaß
Teuer
Martin Leonhardt

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Seit knapp zwei Jahren erkundet er Amerika. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

6 Kommentare

  1. Sehr schöner Testbericht. Auch, wenn dieser Schlafsack nicht in meiner Preisklasse ist, war sehr interessant deine Erfahrung zu lesen. Freue mich auf weitere Berichte!

    • Hi

      Ja – billig ist was anders. Aber viel wichtiger auf Expeditionen und Winterreisen ist ja die “Wärmeklasse” und nicht die “Preisklasse”. Wenn man trotz arktischen Temperaturen ruhig und warm schlafen kann vergisst man schnell die Kosten. ;-)

      Gruß

    • Wenn kleinere Preisklasse vonnöten, kann ich folgenden Schlafsack empfehlen:

      Ajungilak (glaube jetzt Mammut) Tyin 5-Season

      Preislich bei 2xx angelegt. Kunstfaser. Naturgemäß größer, schwerer als der Carinthia.

      Bei -20 in Boxershort Nacht unter den Sternen kein Problem. Platz: Komprimiert in einer 45er Rolle auf dem Motorrad gerade mit durch Norwegen geschaukelt. Kein Problem. Unkomprimiert ein Trumm.

      Hier aber speziell an Martin gerichtet: Im südlichen Bereich Norwegens (bis hoch Jostedalsbreen) würde es tatsächlich ohne klappen. Dieser Teil Norwegens ist nicht so aus der Welt, daß man unbedingt riesigen Winterschlafsack braucht – außer man plant EXPLIZIT draußen zu schlafen UND zieht das definitiv auch durch.

      Ich hatte alles notwendige dabei – Schlafsack, Iso, Biwaksack. Letztendlich ist es – Asche auf mein Haupt – dann aber doch jeden Tag ne Hütte geworden. Hauptgrund: Mein mitgenommenes Gepäck war so klein, der Platz so beengt (Tankrucksack, 2 Ortlieb Frontroller Fahrradtaschen hinten), daß das Rumsortieren immer zum Akt wurde. Nach nem langen Fahrtag draußen im Schneetreiben kein Spaß – ergo Faulheit. Hütte. Dann aber auch die Urlaubsrechnung – wider sonstigem Agieren – hoch aufgrund Unterkunft (hatte ich noch nie).

      Und just da funktioniert so ein dicker Winterschlafsack zwar, aber ein dünner wäre genug.

  2. Hi Denny,

    Klaro – gehe ich gezielt auf Hüttentour schleife ich nicht gerade den Carinthia oder eine andere große Tüte mit. Mit einer genaueren Plannung kann man sicherlich auch im Norden Norwegens Hütten oder Hotels finden. Der wirtschaftliche Faktor sei mal Nebensache! Ich bin auf Reisen gerne flexibel und spontan und möchte nicht die Zeit mit Unterkunftsuche verbringen. Mit einer passenden Campingausrüstung eröffnen sich dann ganz andere Möglichkeiten. Im Winter ist es halt etwas schwieriger einen Platz zu finden. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein WEG! ;-)

    Schönen Gruß

  3. Schöner Testbericht! Und ein Daunen-Expeditionsschlafsack von Carinthia ist natürlich schon Königsklasse :)

    Was die Preisklasse angeht kann ich mich Denny anschliessen: die Kunstfaser-Schlafsäcke von Ajungilak sind auch mit schmalerem Geldbeutel erschwinglich und ebenfalls sehr warm (siehe Test der Winter-Version in meinem Blog). Für Expeditionen und Touren soweit im Norden würde ich mir allerdings dann doch einen Daunenschlafsack zulegen ;)

Trackbacks/Pingbacks

  1. Mammut Ajungilak Sphere UL Daunenschlafsack im Praxistest › Freiheitenwelt - 23. November 2013

    […] die ganz extremen Touren kann ich den Carinthia ECC Expedition Discover empfehlen. Diesen hatte ich hier getestet. Dann muss es aber schon wirklich kalt […]

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