Ausflug mit den Vierbeinern

Hundeschlitten

Hundeschlittenfahrt im Inlandeis

Vor zwei Tagen noch geträumt, war es gestern schon Wirklichkeit. Wegen einer sehr mysteriösen Aschewolke wurde der Rückflug der Huskies verschoben. Laut der Wetterdaten zog sich die Wolke von Island aus über die Ostküste von Grönland bis in den Norden des Kontinents, wo sie dann einen weiten Linksbogen Richtung Süden machte, um dann direkt über dem Camp einen Kreis zu drehen. Ich bin zwar kein Meteorologe, aber das Wolken festen Routen folgen kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Sei es drum. Die US Airforce hat sich gefreut nicht nach Vietneem fliegen zu müssen. Wir auf der anderen Seite konnten die Zeit nutzen um einen kleinen Ausflug mit den Hunden zu machen.

Mille, die Frau welche über die Vierbeiner wacht, ging mit einer kleinen Truppe nach dem Essen los. Die Idee war es denn 3 Skiläufern, Jakob, Trever und Theo, jeweils 2 Huskies vorzuspannen. Damit die Hunde nicht einfach wild durch die Gegend liefen, war es nötig ein passendes Alphatier als Anführer zu finden. In diesem Fall waren das Mille und ich auf einem Skidoo. Soweit zur Idee.

Bei Theo und Jakob lief eigentlich alles gut. Die jeweiligen Hundepaare waren friedlich und hatten sich schnell an ihre sonderbare Last gewöhnt. Trever hatte allerdings gehörige Startprobleme. Die Aufregung war Ihm sichtlich in das Gesicht geschrieben und irgendwie hat dies einen der beiden Tiere stark verunsichert.

Zweimal hat sich Nummer 2, ich nenne ihn jetzt einfach so da ich denn Namen nicht weiß, aus dem Gurt gerissen. Es bedarf einiger Anstrengung einen muskelbepackten Husky wieder auf die richtige Fährte zu bringen. Nach knapp 20 Minuten waren wir aber dann Startbereit. Als Leittier haben wir uns an die Spitze gesetzt um die ungewöhnliche Truppe anzuführen. Kaum 10 Meter ging es gut als wir hinten bei Trever schon die Fetzen fliegen sahen. Die Hunde hatten ihn einfach zu Boden gerissen und in Richtung der übrigen 16 Hunde gerissen. Dabei kam es zu einem Kampf zwischen den Hunden, welche nicht zimperlich miteinander umgingen.

Mille schreit mich nur an „Oh shit, go back, fast, faster“. Das Lenkrad rumgerissen und mit Vollspeed ging es zurück zur raufenden Hundebande. Kaum Angekommen springt Sie schon vom Skidoo und rennt lautstark fluchend mitten in die Meute aus knapp 10 wild bellenden und beißenden Hunden. Ich konnte meinen Augen gar nicht glauben was ich da sah, was da vor sich ging. Aus dem wilden durcheinander konnten Trever und seine Leithunde irgendwie befreit werden. Aller Respekt, da gehört wohl schon etwas Mut dazu. Nachdem sich die Lage beruhigt hatte und die Aufregung verflogen war ging es dann noch einmal los.

In Richtung Norden, wo die Sonne noch ziemlich hoch stand, konnten wir die Truppe führen. Direkt hinaus in die unendliche Weite. Der Schnee war noch sehr weich, schneeverweht und die Aussicht in die Ferne einfach nur wunderbar. Es hat doch eine Zeit gedauert bis alle Hunde wussten in welche Richtung es nun ging. Trevers Nummer 2 hatte sich wieder losgerissen, Jakob hat die Tiere lieber gestreichelt als zum Laufen animiert und Theo war wohl der einzige der alles so machte wie es geplant war. „A complete chaos“. Ein lustiges Bild. Mille hat sich lautstark amüsiert, gelacht. Ich natürlich auch.

Mit gefundenem Rhythmus war es einfach nur ein Genuss den Tieren beim Laufen zuzusehen. Je mehr Gas ich gab, desto mehr haben die Tiere sich gefordert. Jeder hatte seinen Spaß. Einige Kilometer sind wir so raus gefahren. Bei der Rückfahrt gab es auch ein paar kleinere Unterbrechungen. Freilaufende Nummer 2 sorgte für Verwirrung in der Hundetruppe. Jakob musste extra zurückgeholt werden, da er den Tieren wieder extra Streicheleinheiten verpassen musste. Angekommen mussten wieder alle an ihren Platz gebracht werden bevor sich jeder, zum Teil auch erleichtert, aber sichtlich mit Freude zum Main Dome begab.

Bis um 3 Uhr Nachts wurde gefeiert und über das Erlebte gesprochen. So etwas erlebt man nicht alle Tage. Eine tolle Zeit. Für mich ein ganz besonderes Erlebnis hier in der Arktis.

Schaut doch mal auf. www.polarhuskys.com, www.polarhuskies.com oder so vorbei. Da sollte es noch schöne Geschichten geben.

Martin

Martin ist Gründer und alleiniger Redakteur von Freiheitenwelt.de. Fotografie und Reisen sind seine große Leidenschaft. Seit knapp zwei Jahren erkundet er Amerika. Er schreibt auch gerne Reportagen für einschlägige Magazine. Willst du mehr über Martin wissen? Schreibe ihm einfach eine Nachricht oder nutze eines der sozialen Netzwerke.

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